Print ist tot...oder zumindest schwer angeschlagen

 

Glosse. Wir sind altmodisch, geniessen es, morgens beim Frühstück noch eine echte Zeitung aus Papier in der Hand zu halten, auch wenn wir uns manchmal über den Inhalt ärgern. Seit einiger Zeit wird uns dieses Ritual allerdings erschwert – durch die Zürcher Oberland Medien AG. Sie beliefert uns nicht mehr. Oder wenigstens kaum mehr. 

 

Die Grossauflage des einstigen Flaggschiffs des Verlags, der «Zürcher Oberländer», findet in der Regel nicht mehr in unseren Briefkasten. Obschon die Zeitung angeblich in über 100'000 Exemplaren in der Region verteilt wird. Auch die Gratiszeitung «regio» haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Das Verbreitungsgebiet dieses Blattes wurde zwar vor einiger Zeit verkleinert: In Grüningen, Wald und Fischenthal beispielsweise gibts kein «regio» mehr, und der Verteilrhythmus wurde allgemein von wöchentlich auf vierzehntäglich reduziert. Aber Bubikon gehört laut der ZO-Website immer noch zum Zielgebiet.

 

Nachbarn, denen es noch etwas besser ergeht, spotten manchmal: «Kein Wunder, du musst auf buebikernews halt nicht ständig so böse über den ZO und seine Berichterstattung zu Bubikon schreiben.»  Nun: Einen bestimmten Empfänger explizit aus der Verteilung auszuschliessen, das wäre eine wohl logistische Meisterleistung, gegen die das korrekte Zustellen ein Kinderspiel ist. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Verteilorganisation einfach einen lausigen Job macht, und dass wir wohl beileibe nicht die einzigen ZO- und «regio»-Verschmähten sind.

 

Eine Meldung an den Servicedesk des Verlags vor einigen Wochen hat nicht wirklich eine Verbesserung gebracht, wurde damals aber noch rasch und nett beantwortet. Man versprach Besserung. Auf eine erneute Meldung diese Woche bekamen wir bis zur Stunde lediglich ein automatisches Reply: «Ihr Anliegen wird von uns so schnell wie möglich bearbeitet.»

 

«Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul» , sagt der Volksmund. Allerdings: Die genannten Printprodukte sind ja nur für die Empfänger gratis. Inseratkunden bezahlen viel Geld für ihre Werbung im ZO und im «regio», und diesen kann es nicht egal sein, wenn ihre Werbung das Zielpublikum gar nicht erreicht.

 

Natürlich: Fehler passieren überall, und es ist heiss und auch schon Ferienzeit. Verstehen wir. Und wenigstens regnet es ja diesen Sommer nicht ständig, so dass man eigentlich keine Zeitungen braucht, um nasse Wanderschuhe auszustopfen....

 

(bn)

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