Ökologische Aufwertungen in Bubikon, Hombrechtikon und Grüningen

Skabiosen-Scheckenfalter, © ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv
Skabiosen-Scheckenfalter, © ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

 

In den kommenden Wochen setzt die Fachstelle Naturschutz in Bubikon, Hombrechtikon und Grüningen verschiedene Massnahmen um, damit ehemalige Feuchtgebiete wiederhergestellt werden. Solche «Hotspots der Biodiversität» beherbergen laut einer Mitteilung der kantonalen Baudirektion vom Donnerstag (9. Juli 2026) zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten und erbringen auch für uns Menschen wichtige Ökosystemleistungen.

Moore gehören zu den artenreichsten und wertvollsten Lebensräumen der Schweiz. Im einst moorreichen Kanton Zürich sind heute weniger als zehn Prozent der ursprünglichen Moorflächen noch vorhanden. Vielfach wurden sie in der Vergangenheit mit Drainagen entwässert und so trockengelegt. «Werden solche ehemalige Feuchtgebiete wieder regeneriert, trägt dies dazu bei, eine vielfältige, funktionierende Natur als unsere Lebensgrundlage zu erhalten», schreibt die Baudirektion.

Beim Toteissee Kämmoos in Bubikon entsteht mehr Lebensraum

Der Kämmoosweiher mit dem Weiherriet liegt in einer Senke, die am Ende der letzten Eiszeit durch das Abschmelzen von Toteismassen entstanden ist. In seinem Zentrum beherbergt das Gebiet ein Flachmoor von nationaler Bedeutung. Die umliegenden Flächen wurden früher entwässert, aufgefüllt und intensiv bewirtschaftet. Trotz der seit Jahren extensiven Nutzung sind die Böden laut der Baudirektion noch immer zu nährstoffreich und durch die bestehenden Drainageleitungen zu trocken.

«Damit dringend benötigter Lebensraum für seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten entsteht, wird rund um den Kämmoosweiher auf mehreren Teilflächen der nährstoffreiche Oberboden abgetragen. Dadurch entstehen wieder magere Verhältnisse. Bestehende Drainagen werden verschlossen, sodass der Boden möglichst dauerhaft feucht bleibt.» Zudem werden mehrere kleine Gewässer und Tümpel angelegt. Anschliessend werden die Flächen mit Schnittgut und Samen von artenreichen Feucht- und Magerwiesen aus der Region begrünt. So bilde sich ein Mosaik aus feuchten Riedwiesen, wechselfeuchten Pfeifengraswiesen, trockeneren Magerwiesen sowie neuen Kleingewässern, heiusst es in der Mitteilung. Die Bauarbeiten starten am Montag, 13. Juli und dauern voraussichtlich rund drei Monate.

Hombrechtikon: Mehr wertvolle Flächen beim Seeweidsee

Der Seeweidsee ist ein reichhaltiger Moorkomplex von nationaler Bedeutung und Teil der Moorlandschaft Lützelsee. Das Gebiet ist ein ehemaliger Torfstich. Die abgetorften Randbereiche wurden in den letzten Jahrzehnten intensiv bewirtschaftet und teilweise entwässert. Trotz der seit Jahren extensiven Nutzung sind die Böden noch immer zu nährstoffreich und durch die bestehenden Drainageleitungen zu trocken. Unter diesen Bedingungen konnten sich bisher keine artenreichen Lebensräume entwickeln.

Östlich des Seeweidsees wird laut Mitteilung deshalb auf Teilflächen der nährstoffreiche Oberboden abgetragen, damit wieder magere Verhältnisse entstehen. Bestehende Drainagen werden verschlossen, sodass der Boden möglichst dauerhaft feucht bleibt. Zudem werden flache Mulden für Kleingewässer angelegt. Anschliessend werden die Flächen mit Schnittgut und Samen von artenreichen Feucht- und Magerwiesen aus der Region begrünt. So entstehen je nach Wasserhaushalt feuchte, wechselfeuchte und trockene Lebensräume. Auch diese Bauarbeiten starten am Montag, 13. Juli und dauern voraussichtlich rund zwei Monate.

Grüningen: Moorfläche im Itziker Riet wird wiederhergestellt

Das Itziker Riet ist ebenfalls Teil der Moorlandschaft Lützelsee. Die ursprünglichen Ried- und Feuchtwiesen wurden drainiert und über längere Zeit intensiv landwirtschaftlich genutzt. In Folge der Entwässerung sind die einst mächtigen Torfschichten gesackt. Die Flächen sind heute nährstoffreich und artenarm. Unter der zersetzten Oberschicht liegt aber noch viel Torf mit grossem Potenzial für eine Wiedervernässung.

Um das ursprüngliche Flachmoor wiederherzustellen und die wertvolle Moorvegetation auszudehnen, werden nun angrenzend an das Itziker Riet auf den Teilflächen der nährstoffreiche Oberboden und der stark zersetzte Torf abgetragen. Das bestehende Drainagesystem wird verschlossen, sodass der Boden dauerhaft feucht bleibt. Zudem werden flache Kleingewässer und Torfstiche angelegt. Anschliessend werden die Flächen mit Schnittgut und Samen von artenreichen Riedwiesen aus der Region begrünt. So entwickelt sich auf der ganzen Fläche wieder ein Flachmoor. Die Baustellenerschliessung wird ab Montag, 20. Juli erstellt. Die eigentlichen Bauarbeiten starten am Montag, 10. August und dauern voraussichtlich rund drei Monate.

«Mensch und Natur profitieren»

«Von der Wiederherstellung von Feuchtgebieten profitieren seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten, die auf diese Lebensräume angewiesen sind. Dazu zählen beispielsweise die Kleine Binsenjungfer und der Skabiosen-Scheckenfalter sowie das Pyramiden-Knabenkraut», schreibt die Baudirektion. Aber auch der Mensch profitiere: Eine funktionierende Natur erbringe als unsere Lebensgrundlage vielfältige Leistungen: «Moore reinigen Wasser, wirken kühlend auf ihre Umgebung und speichern CO₂ im Boden.» Die Wiederherstellung von Mooren sei deshalb auch eine Investition in Klimaschutz und Lebensqualität.

(pd/bn)

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