Damit die Begegnung mit einem Hund ein schönes Erlebnis wird

(Bilder: buebikernews)
(Bilder: buebikernews)

 

Hand aufs Herz, liebe Leserin, lieber Leser: Wenn Sie im Wald spazieren und plötzlich einem nicht angeleinten fremden Hund begegnen – wissen Sie dann, wie Sie sich richtig verhalten, damit es ein für beide Seiten schönes Erlebnis wird und nicht womöglich mit einem Hundebiss endet?

 

Genau das hat am Donnerstag (11. November 2025) eine Kindergartengruppe des Kindergartens Sunneberg im Wolfhauser Geissbergsaal gelernt und geübt. Spielerisch und kindergerecht mit Singen, Puppen, Rollenspielen und natürlich mit den Hunden Sooky, Faye, Pollina, Anton und Guapa – im Rahmen des Lernprogramms «Prevent a Bite» (PaB)  für die Verhütung von Unfällen durch Hundebisse bei Kindern, die statistisch leider relativ häufig vorkommen.

 

Das PaB-Programm wurde in den achtziger Jahren durch den britischen Verhaltensexperten für Hunde, John Uncle, entwickelt und wird seit 2006 vom Zürcher Hundeverband ZHV betreut, welcher auch die Ausbildung sowie die Prüfungen der Mensch-/Hunde-Teams durchführt. Die Kosten für Kindergärten und Schulen werden vom Zürcher Veterinäramt getragen, das die Kurse im ganzen Kanton unter der Marke «Codex» anbietet und damit einen gesetzlichen Auftrag erfüllt, wie Jutta Lang vom Veterinäramt erklärt.

 

Im Wolfhauser Geissbergsaal gestaltete ein Mensch-/Hundeteam der Gruppe Grüningen unter der Leitung von Monika Hess den für Kinder und anwesende Eltern gleichermassen lehrreichen unf unterhaltsamen Vormittag. Die Kinder lernten spielerisch die wichtigsten Verhaltensregeln:

  • Hunden nicht in die Augen schauen
  • Stehen bleiben und nicht wegrennen, weil der Hund das als Aufforderung zum «Fangis»-Spielen auffassen würde
  • Nicht die Hand nach einem Hund ausstrecken, sondern die Arme hängen lassen
  • Essen oder Spielzeug, das man in der Hand hält, fallen lasssen
  • Einen Bogen um Hunde machen, die angeleint vor Läden auf ihr Herrchen oder Frauchen warten müssen
  • Schlafende Hunde nicht stören
  • Hunde, die gerade am Fressen sind, nicht stören  

 

Und schliesslich wurde, ganz am Schluss des Kursmorgens, gelernt, wie man einen fremden Hund richtig streichelt:

  • Zuerst fragen, ob man den Hund streicheln darf
  • Sich nicht selber dem Hund nähern, sondern warten, bis Herrchen oder Frauchen mit dem angeleinten Hund auf das Kind zugeht
  • Über den Rücken streicheln

 

Selbstverständlich durfte auch das Streicheln ausgebiebig aktiv geübt werden, nicht nur als Puppenspiel mit den Puppen Lina und Leo, sondern mit den anwesenden Hunden. Und an diesen Streicheleinheiten hatten nicht nur die KInder viel Spass, sondern natürlich auch die tierischen Lehrmeister.

 

(bn)

 

Weiterführende Links:

 

PaB-Gruppe Grüningen

 

Codex-Hund Eltern und Kinder

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Kommentare: 2
  • #1

    Schmid (Mittwoch, 12 November 2025 07:23)

    Wäre schön, wenn man es auch bei den Schülern machen würde nicht nur im Kindergarten! Die grösseren rennen nahe beim Hund vorbei, schreien, ahmen die Hunde nach oder fräsen mit dem Kicki vorbei. Für Hunde mit Jagdtrieb eine wahre Freude. Vielleicht müsste man es auch Erwachsenen anbieten, denn die wissen zum Teil auch nicht wie man sich verhält und wie wollen sie es ihren Kindern beibringen?

  • #2

    Snoopy (Donnerstag, 13 November 2025 09:09)

    Liebe Frau Schmid

    Da sprechen Sie einen interessanten Punkt an – das Lernprogramm „Prevent a Bite“ ist tatsächlich eine hervorragende Sache! Kinder lernen dort spielerisch, wie man sich richtig verhält, damit Begegnungen zwischen Mensch und Hund friedlich und respektvoll verlaufen. Nach so einem Kurs wissen die Kleinen, dass man dem Hund nicht ins Ohr schreit, nicht mit dem Kicki vorbeibrettert und ihn vor allem nicht anbellt – auch wenn’s noch so verlockend ist.

    Aber, und hier kommt das grosse Aber: Vielleicht wäre es gar keine schlechte Idee, wenn nicht nur die Kinder einen Kurs besuchen müssten. Man könnte ja auch mal über einen obligatorischen Kurs für Hundehalterinnen und Hundehalter nachdenken. Da könnten dann auch Frauchen und Herrchen lernen, wie man dafür sorgt, dass die Hunde auf sie hören – und nicht umgekehrt. Das würde vermutlich viele morgendliche „Schlittenhund-Konzerte“ ersparen, bei denen das halbe Quartier schon vor dem Wecker wach ist.

    Manchmal liegt das Problem ja nicht beim Kind, das zu nah vorbeirennt, sondern eher bei der Leine am anderen Ende. � Ein wenig Selbstreflexion schadet niemandem, und wer weiss: Vielleicht wäre dann nicht nur der Hund wohlerzogen, sondern auch das Frauchen etwas entspannter.

    In diesem Sinne: Ein Hoch auf alle Lernprogramme – für Kinder, Hunde und deren Besitzer!

    Mit einem augenzwinkernden Gruss