Nella, der Papst und buebikernews

(Archivbild)
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Vor 15 Jahren, Ende Juli 2011, starb im Spital Männedorf die bekannte Schweizer Sängerin und Musikerin Nella Martinetti. Ich durfte ihr als junger Journalist persönlich begegnen: Im Herbst 1978 war ich nebst dem Studium als freier Reporter für den «Anzeiger des Bezirkes Horgen» unterwegs und bekam den Auftrag, «etwas» über eine gewisse Nella Martinetti zu machen, die damals in Horgen wohnte und gegenwärtig im Zürcher Bernhard-Theater für das Musical «Ciao Ticino» probte, das sie zusammen mit Hans Gmür geschrieben hatte und bei dem sie auch selber auf der Bühne mitwirkte.

 

Also fuhr ich an einem Sonntagnachmittag nach Zürich und sprach beim Bernhard-Theater vor in der Hoffnung, einen Kontakt zu der damals schon ziemlich prominenten Sängerin zu finden. Frau Martinetti sei nicht im Haus, hiess es, aber ich könne meine Telefonnummer hinterlassen. Vielleicht rufe sie ja zurück.

 

Ich wohnte damals in Horgen noch zu Hause im Elternhaus, und meine Mutter empfing mich mit der Nachricht, eine Frau Martinetti habe angerufen, und ich solle am Montag ins Bernhard-Theater kommen: «Nimmt dich da jemand auf den Arm?» Ich fuhr am andern Tag wieder hin und durfte die Proben verfolgen und Nella – sie bot mir sofort das Du an – interviewen, in ihrer Garderobe, wo sie sich ungeniert vor meinen Augen umzog.

 

Natürlich war ich mit meinen 21 Jahren fasziniert von der lebenslustigen 32-jährigen Tessinerin, die damals sehr attraktiv war und vor Energie sprühte. «Sensationella!» – so titelte ich meine Story, und dafür hat sie sich dann herzlich bedankt. «Ciao, Tommaso!», rief sie mir jeweils schon von weitem zu, wenn wir uns in Horgen zufällig begegneten. Sie war mein erster «Promi», dem ich ich als Journalist persönlich begegnet bin.

 

Es folgten auf meinem Berufsweg bis zu buebikernews viele weitere: Fredy Lienhard, Kliby, Lena Valaitis, Bundesrat Rudolf Friedrich, Bundesrätin Elisabeth Kopp. Ein paar Jahre später traf ich dann auf dem Flughafen Kloten sogar mit Papst Johannes Paul II. zusammen. Aber Nella hat mich nie ganz losgelassen, vor allem, als die Schlagzeilen über sie immer negativer wurden, als von Geschichten mit jungen Männern die Rede war, als sie als «Ulknudel» bezeichnet wurde.

 

War da eigentlich auch etwas mit dir, fragten meine Freunde manchmal. Nein, da war nicht mehr, als oben geschildert. Aber auch nicht weniger.

 

Thomas Illi

 

 

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