«Eschnälli Bitte» hat ein guter Bekannter, wie er in einer Mail an den bn-Redaktionsleiter schreibt. Er brauche Hilfe bei einer «Task», und bittet um eine Rückantwort per Mail, weil er «grad i ere Sitzung» sei.
Dieselbe Mail haben am Donnerstag (18. Juni 2026) noch weitere Leute im Umfeld des bn-Redaktionsleiters erhalten. Jemand hat tatsächlich zurückgeschrieben, und die Bitte, die dann postwendend eintraf, bestand darin, in einem Laden oder online für den Mailabsender für 400 Franken Wertgutschein-Karten von Apple zu kaufen, die selbstverständlich sofort vergütet würden.
Falls auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, eine solche Mail erhalten haben: Antworten Sie auf keinen Fall! Und falls Sie dennoch bereits zurückgeschrieben haben: Gehen Sie auf keinen Fall auf das vorgebrachte Anliegen Ihres angeblichen Bekannten ein! Denn es handelt sich beim wahren Absender nicht um Ihren Bekannten, sondern ohne jeden Zweifel um einen Kriminellen , der – je nach angeschriebenem Empfänger – in die Rolle eines gut bekannten Kollegen oder einer Freundin schlüpft. Ziel ist es, entweder die Kontrolle über den Mailaccount des Opfers zu erlangen (Phishing), oder aber das Opfer als «Money Mule», als «Geldesel» für Geldwäscherei, zu missbrauchen. Oder beides.
Eine Blick auf die Absenderadresse verrät eigentlich alles: Mails über das Portal «my.com» sind berüchtigt für kriminelle Aktivitäten dieser Art. Falls Sie bereits geantwortet haben, ist es empfehlenswert, die Zugangsdaten für den eigenen Mailaccount, namentlich das Passwort, zu ändern. Falls dies nicht mehr möglich ist, wenden Sie sich an die Polizei. Beteiligung an Geldwäscherei, auch wenn sie gutgläubig erfolgt, ist strafbar.
(bn)


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