Leitartikel. Was haben das GZO Spital und die GESA Betzholz miteinander zu tun? Vordergründig wenig: Das GZO ist ein regionales Gesundheitszentrum. Und die GESA ist eine regionale Schiessanlage auf Bubiker Gemeindegebiet, auf der Pflicht- und Sportschützen aus den vier Gemeinden Bubikon, Hinwil, Dürnten und Rüti trainieren und Wettkämpfe absolvieren.
Und doch bestehen Gemeinsamkeiten. Beide Insitutionen sind Beispiele für gemeindeübergreifende Zusammenarbeit. Früher gab es in allen Gemeinden kleine Schiessstände mit entsprechenden Lärmimmissionen und Umweltbelastungen. Dann setzte sich die Erkenntnis durch, dass das Schiesswesen regional organisiert werden muss.
Auch das GZO war – wie es die GESA heute noch ist – einmal ein Zweckverband, der später in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Beide Insitutionen brauchen Geld ihrer Eigentümer- beziehungsweise Trägerschaft: Das GZO wegen eines teuren Neubaus, die GESA wegen einer dringend notwendigen Sanierung und Erneuerung.
Im Fall GZO hat sich Bubikon unter der Führung einer bürgerlichen Classe Politique rund um FDP-Gemeindepräsident Hans-Christian Angele davor gedrückt, seine Verantwortung für den gesicherten Fortbestand der regionalen Zusammenarbeit wahrzunehmen. Das ist im Zürcher Oberland ganz schlecht angekommen, vor allem in jenen Gemeinden, die gerade jetzt, im Juni 2026, an Gemeindeversammlungen und in Parlamentssessionen Zusatzbeiträge für den fehlenden Beitrag aus Bubikon beschliessen müssen.
Die offizielle Begründung der Bubiker Verweigerungshaltung im Fall GZO: Das Spitalwesen sei keine Gemeindeaufgabe. Die inoffizielle: Die rund 3 Millionen Franken könnten bei der Realisierung des ehrgeizigen «Generationenprojekts» Schul- und Sportraum-Erneuerung fehlen.
Im Fall GESA scheint es anders zu laufen: Wie berichtet, hat der Gemeinderat Bubikon die Delegierten im GESA-Zweckverband instruiert, das Sanierungsprojekt zu unterstützen. Obschon auch dieses gemeindeübergreifende Vorhaben Auswirkungen auf den Bubiker Gemeindehaushalt haben wird. Zwar nicht direkt, denn der Zweckverband führt eine eigene Kasse, aber sicher indirekt, weil der Zweckverand die 6,5 Millionen Franken Investitionskosten als Darlehen bei einer Bank wird aufnehmen müssen. Aus diesem Grund findet über den 6,5-Millionen-Kredit im Nobember auch eine Urnenabstimmung in den Zweckverbandsgemeinden statt.
Ist das Bubiker Nein zur GZO-Sanierung ein Grund, auch zur GESA-Sanierung Nein zu sagen? Ganz sicher nicht! Bubikon hat in diesem Projekt die Chance, seinen ramponierten Ruf als unsolidarische Gemeinde im Oberland wieder herzustellen. Und selbstverständlich dient die regionale Gemeinschaftsschiessanlage nicht einfach dazu, damit ein paar Senioren ihrem lärmintensiven Hobby frönen können. Sondern sie ist ein wichtiges Glied in der Sicherheitsarchitektur. Unsere akiven Armeeangehörigen haben hier jährlich ihr obligatorisches Bundesprogramm zu absolvieren. Und regelmässig trainieren auch militärische WK-Einheiten und Formationen der Polizei im Betzholz.
Thomas Illi, Reaktionsleiter buebikernews


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Moralkeule? (Donnerstag, 04 Juni 2026 10:36)
Dieser Leitartikel argumentiert leider reichlich einseitig auf der emotionalen Ebene. Der „ramponierte Ruf“ einer Gemeinde darf niemals das Hauptkriterium für den Umgang mit Steuergeldern sein, vielmehr ist eine nüchterne betriebswirtschaftliche und finanzielle Sicht Pflicht. Es ist völlig legitim und weitsichtig, wenn der Gemeinderat Prioritäten setzt, um das eigene Mammutprojekt der Schul- und Sportraum-Erneuerung nicht zu gefährden. Blinde Solidarität aus Angst vor dem Urteil der Nachbargemeinden ist kein guter Ratgeber für ein gesundes Budget. Letztlich hinterlässt es einen faden Beigeschmack, wenn hier ein Millionenprojekt für eine Schiessanlage emotional zur Pflichtaufgabe erhoben wird, während man beim regionalen Gesundheitswesen (GZO) eine völlig andere Messlatte angelegt hat.
Thomas Illi (Donnerstag, 04 Juni 2026 10:58)
@Moralkeule
Herzlichen Dank für dieses differenzierte Statement!
Ich darf Ihnen versichern, dass ich persönlich auch beim GZO-Geschäft keine andere Messlatte angelegt habe. In beiden Fällen geht es doch darum, Verantwortung für die interkommunale Zusammenarbeit, auf die man sich eingelassen hat, auch dann zu tragen, wenn es mal Geld kostet.
Frage (Donnerstag, 04 Juni 2026 11:59)
@Moralkeule
Wo liegt die von ihnen erwähnte "nüchterne betriebswirtschaftliche und finanzielle Sicht"
wenn sie gleichzeitig die Schulanlage als Mammutprojekt bezeichnen? Mammut heisst sehr gross, viel zu gross und zu teuer.
Könnten sie dies bitte genauer erklären? Ich komme wirklich nicht nach.
Moralkeule (Donnerstag, 04 Juni 2026 15:25)
@Frage
Der Begriff Mammutprojekt beschreibt nicht automatisch ein „zu grosses“ oder „unnötiges“ Vorhaben, sondern verweist auf Grösse, Komplexität und langfristige finanzielle Tragweite. Genau deshalb braucht es eine nüchterne betriebswirtschaftliche Betrachtung – und zwar gerade weil die Schulanlage ein solches Grossprojekt ist.
Die nüchterne Sicht besteht aus drei Elementen:
Finanzielle Priorisierung
Eine Gemeinde kann nicht beliebig viele Millionenprojekte gleichzeitig stemmen, ohne Risiken für Steuerfuss, Verschuldung oder zukünftige Investitionen zu erzeugen. Wenn ein Projekt wie die Schul- und Sportraum-Erneuerung bereits einen grossen Teil der finanziellen Kapazität bindet, ist es rational, andere Ausgaben besonders kritisch zu prüfen.
Kosten-Nutzen-Abwägung
Bei jedem zusätzlichen Millionenprojekt muss die Frage erlaubt sein:
Welchen konkreten Nutzen erhält die Gemeinde Bubikon im Verhältnis zu ihrem finanziellen Risiko?
Beim GZO wurde diese Frage streng beantwortet. Bei der GESA scheint man nun emotionaler zu argumentieren, das ist der Punkt meiner Kritik.
Konsistenz im politischen Handeln
Wenn man beim GZO sagt: „Das ist nicht unsere Kernaufgabe, wir müssen auf unsere Finanzen achten“, dann ist es legitim, dieselben Massstäbe auch bei der GESA anzulegen.
Es geht nicht darum, die Schulanlage schlechtzurede, im Gegenteil. Ein grosses, teures Projekt verlangt umso mehr finanzielle Disziplin an anderer Stelle.
Kurz gesagt:
Ein Mammutprojekt verlangt gerade eine nüchterne Sicht, weil es die finanziellen Spielräume der Gemeinde über Jahre prägt. Wer das anerkennt, handelt nicht unsolidarisch, sondern verantwortungsvoll.
Und in diesem Sinne.... (Donnerstag, 04 Juni 2026 15:46)
Und in diesem Sinne sollte auch die öffentliche Diskussion zum Schulhausprojekt bereits jetzt und allenfalls erneut möglich sein. Das Schulhaus ist zwar schön, aber sicher mit der geplanten Fassade danach zu pflegeaufwändig und damit erneut kostentreibend. Das geplante Schulhaus ist ganz schlicht zu teuer. Ein einfacherer Bachsteinbaum mit einem schönen Design und CHF 20 Mio günstiger würde es auch tun. Die Kinderzahl nimmt ab und die Kinder haben viel weniger Respekt gegenüber fremdem Eigentum, auch Vandalismus ist nicht mehr unüblich.
Fazit: das Schulhaus ist zu teuer, nicht das gzo ODER gesa! Das Geld für GZO und GESA wäre ring zu beschaffen gewesen, wenn man sich von einem viel zu teuren und nicht funktionalen Schulhausprojekt vorzeitig abgewendet hätte - oder es jetzt noch tut - es ist allenfalls noch nicht zu spät, obwohl die auch sehr hohen Planungskosten schon bewilligt wurden. Unverständlich! Zuerst müsste doch gefragt werden, ob die Bevölkerung ein so teures Schulhaus überhaupt will und dann kann man mit der Planung fortfahren. Eine Hausfraueneinstellung ist das, jawohl - aber die Erfahrung hat schon oft gezeigt (nicht nur in Bubikon), dass sie Geld sparend ist oder wäre.
Kostenentwicklung (Donnerstag, 04 Juni 2026 16:58)
Wird die Kostenentwicklung während der Planung (Gesa oder Schulhaus) eigentlich öffentlich rapportiert und gibt es hier Zuständige welche Kosteneinsparungen umsetzen können?