(Bilder: newsscout/Google Maps/bubikon.ch)
«Plötzlich ist mein Lieblingsbänkchen am Kämmoosweiher weg» – mit diesen Worten schickte uns ein Newsscout Beweis-Fotos vom idyllischen Bubiker Kämmoosweiher, dem «kleinen Bruder» des Egelsees: «Müssen wir jetzt auf dem Boden zu den Zecken und Ameisen sitzen?» Ein weiteres Bänklein sei schon vor einiger Zeit «spurlos verschwunden», das zweite jetzt vor rund zwei Wochen. Auch das Fischer-Böötli, auf Google-Bildern noch zu sehen, sei weg. Und dies ausgerechnet am Ort, von wo aus eines Titelbilder auf der offiziellen Gemeinde-Website geschossen wurde.
«Weiher wird nicht mehr als Fischereirevier verpachtet»
Wer hat die Bänklein entfernt, beziehungsweise entfernen lassen? Und vor allem: weshalb? Gemeindeschreiber Urs Tanner begründet die Entfernung von Bänken, Boot und Steg mit dem Naturschutz: «Der Kämmoosweiher und seine Umgebung sind ein Naturschutzgebiet von überkommunaler Bedeutung», erklärte Tanner gegenüber buebikernews. Das Amt für Landschafts- und Natur (ALN) respektive seine Fachstelle Naturschutz hätten entschieden, das Gewässer nicht mehr als Fischereirevier zu verpachten.
Der Kämmoosweiher diene ausschliesslich dem Schutz der Natur. «Daher wurden das lecke Boot abtransportiert sowie der Steg abgebrochen. Beides wurde primär von den Fischern genutzt.» Auch die besagten Bänkli stehen laut Tanner im Naturschutzgebiet: «Wie auch auf den Bildern ersichtlich, hatten sie keine Aussicht mehr. Der Pflanzenrückschnitt bräuchte eine kantonale Bewilligung, welche für diesen Zweck nicht erteilt würde.» Die Bänkli hatten laut Tanner zudem keinen Zugang und waren nur über die Hauptstrasse im Tempo 80 Bereich erreichbar. «Es bestand daher ein erhebliches Unfallrisiko.»
Bänkli ist nicht gleich Bänkli...
Das offizielle Bubikon hat – so scheint es – ein ambivalentes Verhältnis zu Sitzbänken. Als der Frauenverein vor drei Jahren sein 150-Jahr-Jubiläum feierte und aus diesem Anlass in Aussicht stellte, der Gemeinde zwei Bänkli zu stiften, machte der Gemeinderat 13'000 Franken für die Jubiläumsfeierlichkeiten locker. Und in Bubikon wurde drei Jahre lang versucht, so genannte «Plauderbänkli» als Begegnungszonen zu etablierten – zum Beispiel an so ungeeigneten Orten wie die unwirtliche, um nicht zu sagen gruselige ehemalige Bushaltestelle beim Volg in Wolfhausen. Anderseits werden Sitzbank-Stellen wie jene beim Kämmoosweiher, die laut Alteingessenen schon in den dreissiger Jahren des vorigen Jahrhundert bestanden, plötzlich planiert...
(bn)





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Bireweich (Mittwoch, 22 April 2026 10:36)
Das ist doch absoluter Schwachsinn! Bänkli gibt es in unzähligen Naturschutzgebieten, nicht zuletzt auch im Schweizerischen Nationalpark...
BänkliBeobachter (Mittwoch, 22 April 2026 13:09)
Es wird immer besser. Jetzt werden schon «Bänkli» aus den Naturschutzgebieten entfernt.
Aber eigentlich wurde das von der Bevölkerung im Kanton Zürich gutgeheissen, um den Biodiversitätsverlust zu bremsen.
Die Aufwertungen der Naturschutzflächen sind anscheinend zu begrüssen und bitter nötig.
Deshalb werden ja auch ganze Flächen, die sich im Besitz des Kantons Zürich befinden, komplett umgeackert oder ganze Häuser abgerissen.
Ich denke, irgendwann wird auch das Baden im Egel- und Lützelsee nicht mehr gestattet sein.
Bevölkerung (Mittwoch, 22 April 2026 14:27)
Wie heisst es so schön: jede Bevölkerung verdient die Regierung, die sie wählt (oder so...)