Crans-Montana wird, nein muss, endlich zur Einsicht führen

Die Hinterlassenschaft eines Feuerwerkes im Gebiet Wolfhausen/Hombrechtikon(Bild: buebikernews)
Die Hinterlassenschaft eines Feuerwerkes im Gebiet Wolfhausen/Hombrechtikon(Bild: buebikernews)

 

Leitartikel. Nach allem, was wir bis zur Stunde (1. Januar 2026, 15.00 Uhr) wissen, war Pyrotechnik nicht die primäre Ursache der schrecklichen Katastrophe von Crans-Montana. Aber Pyrotechnik spielte offenbar eine Rolle bei der Dynamik des verheerenden Brandes.

 

In der gleichen Nacht ereigneten sich anderswo – im Ausland, aber auch in der Schweiz – viele weitere schlimme Dinge, die ebenso zu grossen Katastrophen hätten führen können: Besoffene Böllerer schossen ihre Munition absichtlich gegen Personen, vor allem Polizisten und Rettungskräfte, und gegen Gebäude. Briefkästen wurden gesprengt, Häuser wurden in Brand gesteckt, Schaden wurde angerichtet, Tiere wurden stundenlang mit unnötigem Lärm gequält.

 

Auch in Bubikon und in den Nachbargemeinden zeigte sich, dass die Akzeptanz der demokratisch beschlossenen Feuerwerkverbote schwindet. Aus dem Bubiker Gemeindehaus sind trotzdem keine ernsthaften Vorkehrungen erkennbar, die Polizeiverordnung durchzusetzen.

 

Crans-Montana muss zu einem Umdenken führen. Die verheerende Kombination von Leichtsinn, Grobfahrlässigkeit – manchmal sogar Eventualvorsatz –, Aggressivität und exzessivem Alkoholkonsum mit hochpotenten Sprengmitteln und Brandbeschleunigern muss behördlich beendet werden. Und zwar gründlich und radikal.

 

Es braucht ein Verkaufsverbot an Private für potente Böller, Knaller und pyrotechnische Brandsätze. Oder zumindest eine kontrollierte Abgabe nur an Personen, die bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllen, wie dies auch im Schiesssport selbstverständlich ist. Man kann nicht die Abgabe von Taschenmunition an – mit ihrer Waffe ausgebildete – Schweizer Soldaten als grosse Gefahr für die Allgemeinheit verbieten und es gleichzeitig zulassen, dass besoffene Knallköpfe unkontrolliert mit hochgefährlichem Sprengmaterial hantieren.

 

Thomas Illi, Redaktionsleiter buebikernews

 

 

Kommentare: 15 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    B.J. (Donnerstag, 01 Januar 2026 15:05)

    Vielen Dank für den wertvollen Artikel.
    Gleichgültigkeit oder Desinteresse darf nicht hinter Toleranz oder Tradition versteckt werden. So tun es noch etliche Politiker - nicht zuletzt im Bundeshaus.
    Jetzt ist es an der Zeit, um allenfalls noch etwas bewirken zu können! Danach wird es immer schwieriger und auch teurer werden - mit potentiell tragischen Folgen. Man denke an das Leid Betroffener.
    Es mutet befremdend an, wenn von der Polizei und den Behörden gesagt wird, dass man nichts gegen Böllereien machen könne.
    Da kommen schon Gedanken auf, welche man fast nicht aussprechen darf....Wo liegen denn die Kompetenzen? Natürlich bei der anderen Stelle, nicht bei....

  • #2

    Wunderkerze (Donnerstag, 01 Januar 2026 18:56)

    In Crans Montana hat eine Wunderkerze auf einer Champagnerflasche die Decke der Bar in Brand gesetzt. Es zeugt nicht von gutem Journalismus dieses tragische Beispiel nun als Argument gegen die Knallerei zu verwenden.

  • #3

    Mike (Donnerstag, 01 Januar 2026 19:07)

    Bevor die Brandursache geklärt ist, will man ausgerechnet in der Gemeinde, welche kein Geld für ein notwendiges Spital hat, das tragische Ereignis für Eigeninteressen nutzen.
    Äusserst beschämend in dieser Gemeinde zu wohnen.
    Mehr dürfte dazu nicht gesagt werden müssen.

  • #4

    Holland (Donnerstag, 01 Januar 2026 21:48)

    In Holland ist die Böllerei ab heute verboten. Wie in deutschen Medien zu sehen war hat sich ein Arzt seit langer Zeit für das Verbot eingesetzt nachdem er Kinder mit schweren Verletzungen behandeln musste. Solche Verletzungen gebe es sonst nur in Kriegsgebieten.

    Wenn die Dummheit der Menschheit zum Problem wird muss etwas getan werden.

  • #5

    buebikernews (Donnerstag, 01 Januar 2026)


    @Wunderkerze

    Die betreffende Bar in Crans-Montane hat im Internet mit Videos für ihre Champagner-Feuerwerks-Partys geworben. Darin sind Feuerwerkskörper in Champagner-Flaschen zu sehen, nicht Wunderkerzen. Ausserdem sind Behälter voll mit solchen Feuerwerkskörpern zu sehen. Diese Videos sind jetzt verschwunden...

  • #6

    361 (Freitag, 02 Januar 2026 01:58)

    Diesen schlimmen Vorfall jetzt für die Stimmungsmache gegen Feuerwerk zu verwenden ist schwach, absolut daneben & einfach nur peinlich.

    Es ist nicht das böse Feuerwerk sondern die Menschen die falsch damit umgehen. Siehe Berlin, "schutzsuchende/traumatisierte" die mit Bürgergeld Krieg spielen gegen die Polizei und Free Palestine rufen... sowas gab es vor 2015 nicht! Andere Mentalität importiert und jetzt allen den spass verbieten...

    Diese Jahr war es extrem ruhig in der Gemeinde, kaum leute draussen, richtig öde ein Tag wie jeder andere.

  • #7

    @361 (Freitag, 02 Januar 2026 07:09)

    Der Tag 31.12. und 1.1. war wettermässig schön und viele Menschen waren draussen, die Stimmung gut. Aber am 1.1. bedrückte die traurige Situation von C.-M..
    Feuerwerk wirkt kaum aus sich selbst heraus - ausser es passiert ein Unglück, dann ist die Kettenreaktion sehr gefährlich. Das im Ausland hergestelltes Feuerwerk wird nicht selten unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt, auch Kinderarbeit kommt vor.
    In Zürich gab es 150000 Zuschauer beim Feuerwerk. Dort können sich Menschen, welche Unterhaltung und Feuerwerk geniessen, sicherlich wohlfühlen. 30 Minuten Freude sogar mit Lärm. B.J.

  • #8

    Rolf S (Freitag, 02 Januar 2026 10:44)

    Nur verwerflich eine solche Tragödie für eigene politische Zwecke zu verwenden.
    Und dies noch von einer Person, welche für kirchliche Institutionen tätig war oder ist.

  • #9

    Nicht mehr zu helfen (Freitag, 02 Januar 2026 11:14)


    @Rolf S

    Wenn nach dieser Tragödie ein Diskussionsbeitrag, um die Gefahr eines solchen Geschehens künftig zu mindern, für Sie «verwerfliche eigene politische Zwecke» sind, ist Ihnen wirklich nicht mehr zu helfen.

  • #10

    Partyfontäne (Freitag, 02 Januar 2026 12:51)

    Ein Link für alle, die verharmlosend von "Wunderkerzen" reden: Es waren Partyfontänen

    https://www.blick.ch/schweiz/westschweiz/wallis/feuerwerksexperte-analysiert-brand-videos-aus-crans-montana-kombination-aus-partyfontaenen-und-entflammbarem-material-war-fahrlaessig-id21563197.html

  • #11

    Rolf (Freitag, 02 Januar 2026 12:59)

    Ich wäre sehr dankbar, wenn dieser Artikel bis zur definitiven Klärung der Ursachen deaktiviert wird.
    Nicht der Blick oder Buebikernews ist kompetent genug, vorher die genauen Gegebenheiten zu kennen.
    Bitte keine politischen Profite im Vorfeld daraus ziehen zu wollen.
    Danke und bitte friedlich und ehrlich und bleiben.
    Wenigstens jetzt!

  • #12

    A.O. (Freitag, 02 Januar 2026 17:03)

    Fallen Wunderkerzen unter das Feuerwerksverbot der Gemeinde Bubikon?

  • #13

    Alter (Freitag, 02 Januar 2026 17:39)

    Hatten wir nicht einmal ein Schützenhaus mit grünem Schaumstoff zur Schalldämmung?
    Betreffend Brandschutz gab es gelinde gesagt etwas Probleme. Wenn ich mich richtig erinnere wurde damals striktes Rauchverbot durchgesetzt. Immerhin hatte der Bau ja genügend Öffnungen.
    Ich wundere mich schon wie solches Material als Deckenverkleidung in Publikumsräumen eingesetzt werden kann. Warten wir die Untersuchung ab.

  • #14

    a (Freitag, 02 Januar 2026 18:32)

    löschen Sie endlich diesen Beitrag. Keine Politwerbung durch Bubikon auf Kosten von Toten

  • #15

    @ a (Freitag, 02 Januar 2026 19:15)

    Ich kann keine "Politwerbung" erkennen. Aber ich erkenne die Sorge um Lebewesen, insbesondere um junge Menschen, welche sich und andere mit Feuerwerkskörpern gefährden können - sei es im Übermut, sei es durch leichtsinniges Verhalten - allenfalls unter Einfluss von Alk. oder anderen Substanzen.
    Diese armen Menschen, welche an diesen Silvester und Neujahrstagen verletzt oder getötet wurden, nicht nur in C.-M., wollen wir in würdigen Andenken behalten. Die Angehörigen leiden unendlich. Die Verletzten werden vielleicht nie mehr gesund, sind körperlich und seelisch traumatisiert. Sie sollen nicht umsonst gestorben sein, sondern uns helfen die Augen zu öffnen für die wahren und wesentlichen Dinge im Leben. Sie können uns wieder Dankbarkeit lernen dafür, dass es uns gut geht. Und diese Tragödien im In-und Ausland könnten dazu führen, dass Menschen wieder vorsichtiger und umsichtiger werden - und eine Verhaltensänderung kann junge Menschen vor Verletzungen und Tod schützen.
    Nein, das ist keine "Politwerbung", aber die Politik wäre auch gefordert und in die Verantwortung zu treten.
    B.J. (absolut unpolitisch - aber in Sorge).