Am Donnerstagabend (11. Juni 2026) soll im Ökumenischen Zentrum Wolfhausen im Rahmen eines Events namens «Voll auf die 12» entschieden werden, was aus dem Bubiker Bahnhofgebäude nach der Zwischennutzung als Notunterkunft für Hilfesuchende werden soll. Zwölf aus dem Publikum zufällig ausgeloste Personen sollen innerhalb von 90 Minuten eine Lösung dafür finden. Stimmen die übrigen Anwesenden ebenfalls zu, soll das Projekt durche den Gemeinderat weiterverfolgt werden.
Im behäbig-bürgerlichen Bubikon Demokratie als cooler Lifestyle-Event mit aktivistischem Touch, als «kollaborativer Entwicklungsprozess mit Verbindung von künstlerischer Form und gesellschaftlicher Relevanz»?
Initiatorin von «Voll auf die 12» ist Rebecca Panian, die sich auf ihrer Website als Filmemacherin und Aktivistin für das bedingungslose Grundeinkommen bezeichnet. «Auf die Idee zum Format «Voll auf die 12» brachte mich mein Spielfilmprojekt LOTTERY, eine dystopische Satire über 12 Menschen aus der ganzen Welt, die gemeinsam eine Lösung gegen Überbevölkerung finden müssen, weil die Menschheit den Klimawandel schlicht zu lange ignoriert hat», schreibt sie.
2023 habe sie als Recherche für LOTTERY in drei Städten je eine Improvisations-Übung durchgeführt: Zürich (gemischte Gruppe), London (nur Frauen) und Basel (nur Frauen). Dass sich alle Gruppen in weniger als 90 Minuten einigen konnten und dass alle die gleichen Lösungen fanden, habe sie nachhaltig beeindruckt, und sie habe sich gefragt: Was wäre, wenn man 12 Menschen – zufällig ausgewählt – damit beauftragt, Lösungen für Probleme zu finden, die vermutlich eine Mehrheit beschäftigen?
Auf der Website von Rebecca Panian sind einige «Public Shows», die bereits stattgefunden haben, aufgeführt, etwa ein Abend in Ostermundigen zur Steigerung des ehrenamtlichen Engagements, eine Jugendparlamentskonferenz oder eine «Aktivist*innen-Tagung in Freiburg DE zu «Zukunft, Klima und Grundeinkommen».
Bubikon darf gespannt sein...
(bn)


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