buebikernews entdeckt wertvolle historische Urkunde aus Bubikon

(Bilder: buebikernews)
(Bilder: buebikernews)

 

Buebikernews hat ein für die Bubiker Orts- und Schulgeschichte bedeutsames historisches Dokument entdeckt und käuflich erworben. Es handelt sich um die teilweise handgemalte und handgeschriebene Dank- und Anerkennungsurkunde für das Wirken des Bubiker Lehrers Johann Jakob Hottinger (1814 – 1882) während über 45 Jahren an der Schule Bubikon. 

 

Johann Jakob Hottinger entstammte einer Familie, deren Vertreter sich über viele Generationen hinweg für Bubikon in öffentlichen Ämtern eingesetzt hatten: als Lehrer, Schulpfleger, Gemeindeschreiber, Gemeindegutsverwalter, Kirchenpfleger. Johann Jakob Hottinger trat 1833, frisch ab dem erst 1832 eröffneten Seminar in Zürich, bereits als vierter Hottinger und als Nachfolger seines Grossvaters und Vaters, das Amt als Bubiker Schulmeister an. Hottinger war somit der erste Bubiker Lehrer «mit einer vollwertigen, spezifischen Lehrerausbildung», wie die Bubiker Gemeindechronik festhält.

 

Bis 1878 wirkte Hottinger als Pädagoge in Bubikon, in einer Zeit der rasanten gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung. In seine Amtszeit fielen etwa der (umstrittene) Bau eines neuen Schulhauses 1836, die Gründung der modernen Eidgenossenschaft 1848, die Auswirkungen des Anschlusses Bubikons ans Eisenbahnnetz 1858 und Einführung des zürcherischen Schulgesetzes 1859, mit welchem nicht zuletzt die Kinder und Jugendlichen vor allzu exzessiver Arbeit in den Fabriken zulasten der schulischen Bildung geschützt wurde. In die Bubiker Schulgeschichte ging Hottinger auch ein, weil er es wagte, am 3. August 1837 gegen Willen und Wissen der Schulpflege erstmals eine Schulreise – auf die «Hohe Rohne» – durchzuführen.

 

Lediglich zwei Lehrer unterrichteten in dieser Zeit rund 300 Schülerinnen und Schüler in Bubikon und Wofhausen. Nach seinem Rücktritt als Lehrer am 5. Oktober 1878  amtete Johann Jakob Hottinger noch bis 1881 als Aktuar der Bubiker Schulpflege. Ein Jahr später verstarb er an seinem Alterswohnsitz in Rapperswil – nicht ohne in seinem Testament dem «Hottingerschen Schulreisefonds» 1000 Franken vermacht zu haben, damals ein beträchtliches Vermögen.

 

Die Urkunde trägt das Datum 31. Oktober 1878, wurde also einige Tage nach nach dem effektiven Ausscheidens Hottingers aus dem Schuldienst erstellt und feierlich ausgehändigt. Sie weist leider Risse auf, die aber von einem professionellen Restaurator repariert werden können. Besonders interessant ist das abgebildete Bubiker Wappen, das erst am 14. Januar 1926 zum offiziellen Gemeindewappen wurde.

 

(bn)

 

Falls gewünscht, ist die Redaktion gerne bereit, das auch kunsthistorich wertvolle Dokument als Geschenk der Gemeinde zur weiteren Aufbewahrung  zu übergeben.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Schön (Dienstag, 05 Mai 2026 17:27)

    Da dürfen wir gespannt sein was die Abteilung Präsidiales und Kultur meint. In der letzten Legislatur wurde ein einheimischer Autor abgewiesen weil er sein Buch der Gemeinde schenken wollte.

  • #2

    buebikernews (Dienstag, 05 Mai 2026 17:38)


    @Schön

    Wer war dieser Autor, und worum ging es in dem Buch? Antwort gerne auch nicht öffentlich per Mail...