Publikationen im kantonalen Amtsblatt sind ein unerschöpflicher Quell für lokale Geschichten. Das war schon vor 140 Jahren so, wie zwei Gantanzeigen aus den Jahren 1881 und 1883 zeigen.
Am 15. September 1881 kamen in einem Konkursfall im Weiler «Häusli» (heute «Hüsli») in Bubikon sage und schreibe 24 Korngarben sowie das Emdgras und die Streue – und obendrein noch das Obst an den Bäumen! – ab den örtlichen Liegenschaften unter den Hammer.
Rund zwei Jahre später, am 8. November 1883, und diesmal nicht mehr in altertümlicher Frakturschrift annonciert, gelangte im «Freihof» in Wolfhausen der Besitz eines Konkursiten namens Jakob Bühler zur Versteigerung: 52 Aren Acker und Wiesen im Brändliacker in Wolfhausen. Die sich darauf befindlichen beiden Wohnhäuser waren für 5500 Franken und 4000 Franken versichert.
Ein Schnäppchen? Welchen Wert hätte diese Liegenschaft heute, und welcher heutigen Summe würde ein Gebäude-Assekuranzwert von insgesamt 9500 Franken entsprechen?
Mit Gold, sagt man, können Kaufkraftveränderungen über längere Zeiträume gut geschätzt werden. Eine Helvetia-Goldmünze aus dem Jahr 1883 mit damaliger Kaufkraft von 20 Franken kostet heute rund 790 Franken. Das ist, wie bei ehemaligen Umlaufmünzen üblich, nicht viel über dem Goldwert. Die Kaufkraft eines Frankens hat sich somit in 140 Jahren etwa vervierzigfacht. 475 solcher 20-Franken-Münzen betrug der damalige Versicherungswert der betreffenden Häuser. Das wären immerhin 375 250 heutige Franken... (bn)



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