Bubikon prüft lokales Biogas-Angebot

(Bild: buebikernews)
(Bild: buebikernews)

 


Ab 2027 soll im Engelhölzli in Rapperswil-Jona, unmittelbar an der Grenze zu Bubikon, eine der grössten Biogasanlagen der Schweiz in Betrieb gehen. Im Vollausbau können aus rund 30'000 Tonnen organischen Abfällen etwa 15 GWh Biogas produziert und über das bestehende Gasnetz verteilt werden. Nach dem Aus des Fernwärmeanschlusses will die Gemeinde Bubikon diese einmalige Chance nutzen: Hausbesitzende am Gasnetz erhalten laut einer Medienmitteilung vom Freitag (22. Mai 2026) eine neue und einfache Möglichkeit, um mit einer lokal produzierten und erneuerbaren Energie klimaneutral zu heizen.

 

Gleichzeitig reduziere die Gemeinde damit die Abhängigkeit vom Strom und ihre CO2-Emissionen. Aktuell wird Bubikon und Wolfhausen über das noch relativ neue und bestehende Netz der Gemeindewerke Rüti mit Gas versorgt. Der Gesamtbedarf für die Gemeinde Bubikon beträgt rund 18 GWh. Der Gasverbrauch nimmt mittelfristig ab, da gemäss Zürcher Energiegesetz neue Heizungen mit erneuerbaren Quellen betrieben werden müssen.


Gas gilt dann als erneuerbar, wenn mindestens 80% Biogas beigemischt wird. Diese Bedingung konnte aufgrund des knappen Angebotes an Biogas bisher kaum erfüllt werden oder nur zu sehr hohen Kosten. Darum haben viele Hausbesitzer ihre Gasheizung durch eine strombetriebene Wärmepumpe, teilweise mit einer Photovoltaikanlage kombiniert, ersetzt. Die neue Biogaslösung könnte die Wärmepumpen-Spitzenlastenzeiten und damit das Stromnetz entlasten und so die Versorgungssicherheit in Bubikon erhöhen.


Die Energie Zürichsee Linth AG (EZL), welche die neue Biogasanlage zusammen mit der Axpo betreiben wird, mache den Gasbezügern in Bubikon ein «attraktives Angebot», heisst es in der Mitteilung. Dabei
seien drei Preismodelle vorgesehen:
1. 100% lokales Biogas
2. 80% lokales Biogas (Minimalbedingung gemäss kantonalem Energiegesetz)
3. Sorglos-Paket, welches 100% lokales Biogas und alle weiteren Servicedienstleitungen umfasst.

 

Die Betriebskosten liegen zwischen 21 und 29 Rp. pro kWh. Investitionskosten entstehen nur, wenn der Gasbrenner ersetzt werden muss. Das Angebot ist auch interessant für Hausbesitzende, welche heute noch mit Öl oder Strom heizen. Bedingung ist allerdings, dass die Liegenschaft am bestehenden Gasnetz liegt und einfach erschlossen werden kann.

 

Umfrage und Informationsmöglichkeiten


Bevor die Lösung weiterverfolgt wird, werden die Hausbesitzer, welche sich in unmittelbarer Nähe zum Gasnetz befinden und noch fossil oder rein elektrisch heizen, befragt. Sie werden per Post eine Umfrage sowie detailliertere Informationen erhalten mit der Möglichkeit vorerst unverbindlich Interesse zu bekunden.

 

Vorgängig wird das Biogasangebot vorgestellt:
Am Samstag, 6. Juni 2026 an der Gewerbeausstellung in Bubikon vor dem Gemeindehaus durch Vertreter von Gemeinde und EZL.
Am Dienstag, 16. Juni 2026, findet im Geissbergsaal ab 18:30 Uhr eine Informationsveranstaltung zu Energiefragen statt, an welcher ebenfalls ein mögliches Biogasangebot vorgestellt wird.

(pd/bn)

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Warme Luft? (Sonntag, 24 Mai 2026 21:31)

    Zuerst die Fernwärmeplanung für Millionen für nix.
    Jetzt die Biogasplanung. Was wird daraus? Lassen wir es lieber bleiben, sauteuer ist es auch.