Von Böju nach Wislig

(Bild: ZO Online)
(Bild: ZO Online)

 

Glosse. Wissen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, wer, was oder wo «Böju» ist? In Aargauer Medien ist das seltsame Wort manchmal zu lesen. Nur Einheimische oder Menschen, die lange im Rüebliland lebten oder arbeiteten, können mit dem Ausdruck etwas anfangen: So spricht man im Hallwilersee-Dialekt den Ortsnamen von Beinwil (am See) aus. Wenn Aargauer Journis das Wort verwenden, wollen sie damit Heimatverbundenheit vorgeben oder schlicht und einfach ein wenig mit Lokalkolorit bluffen. Ganz unabhängig davon, ob die Leserschaft versteht, wovon die Rede ist.

 

Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Wort «Wislig». In zürcherischen und inbesondere zürcheroberländerischen Medien ist es regelmäsig zu finden, egal, ob die Mehrheit der nicht mehr ganz so ländlichen und dialektkundigen Leserschaft damit etwas anfangen kann. Hauptsache, man kann sprachlich zum Ausdruck bringen, dass man als Medium hier in der Region verwurzelt ist. «Wislig» ist in Oberländer Mundart «Weisslingen», eine Gemeinde im Bezirk Pfäffikon in der Nachbarschaft der Stadt Illnau-Effretikon.

 

Apropos «Illnau»: Alteingesessene  Oberländerinnen und Oberländer nennen diesen Ortsteil «Illau». Ebenso bezeichnet in Oberländer Mundart niemand den Hauptort des Bezirks Hinwil «Hinwil», sondern «Hiwil». «Illlau» und «Hiwil» tauchen aber – Im Gegensatz zu «Wislig» – selten in hochdeutschen Texten auf – weil das zu sehr nach Schreibfehler aussehen würde...Nur das Dorf-Magazin nennt sich selber mutig «Top Hiwil».

 

(bn) 

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