Hunger in Bubikon

Die Missernten nach 1815 (siehe separaten Bericht) sind auch in der Bubiker Dorfchronik "Bubikon / Wolfhausen – zwei Dörfer, eine Gemeinde" aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhundets mehrfach erwähnt, ohne dass allerdings ein Zusammenhang zum verheerenden Vulkanausbruch hergestellt wird. Erwähnt ist zum Beispiel Johann Jakob Guyer vom Hof Homberg (der sich heute noch im Besitz dieser Familie befindet): Er musste als 24-jähriger Soldat seine Scharfschützenunfiorm mit seinem jüngeren Bruder teilen. Damals hatten Dienstpflichtige ihre Ausrüstung noch selber zu beschaffen. Obwohl die Familie als wohlhabend galt, hatten die Mangeljahre den Reichtum dahinschmelzen lassen.

 

An anderer Stelle ist zu lesen, dass die Missernten 1816/17 und die Bevormundung des Volkes in der Restaurationszeit nach den napoleonischen Kriegen den "liberalen Geist" im Oberland erneut anfachten.


Unter dem Zwischentitel "Hunger und Not" lesen wir, dass es damals auch erste Ansätze einer Sozialhilfe gab: "Die beiden Hungerjahre 1816/17 bremsen die oben erwähnte Entwicklung. Schlechte Witterungsverhältnisse haben Misswuchs verursacht. Weil keine Suppe mehr für die Armen ausgeteilt werden kann, sollen sie «Mähl» aus dem Klostergut Rüti erhalten.


Ulrich Diener hat sich zu fremdem Kriegsdienst anwerben lassen. Der Stillstand (so hiess damals die Gemeindebehörde, Red.) fordert einen Teil seines Handgeldes für die Unterstützung seiner Haushaltung. Da seine Forderung abgewiesen wird, bezahlt er der Frau wöchentlich ein Tischgeld von zehn Schillingen. Am Ende des schweren Jahres 1817 heimst der Stillstand obrig keitliches Lob für seine Bemühungen und Besor gungen der Armen ein."

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