Bubiker waren schon vor 500 Jahren widerspenstig

In Bubikon werden gegenwärtig Unterschriften gesammelt gegen die Pläne der Zürcher Landeskirche, kleinere und mittlere reformierte Kirchgemeinden zusammenzuschliessen ("buebikernews" berichtete). Mit der Petition soll die Bubiker Kirchenpflege ersucht werden, sich für die Erhaltung einer selbstständigen Kirchgemeinde einzusetzen.

 

Widerspenstigkeit gegenüber "Zürich" hat in Bubikon durchaus Tradition, wie ein Blick in den Archivführer der Zürcher Gemeinden vor 1798 zeigt. Eine der wertvollsten Pergamenturkunden im Bubiker Kirchgemeindearchiv betrifft einen Vorgang von 1512, also noch aus der Zeit vor der Reformation. Der Grossmünsterprobst Johannes Manz musste am 23. Januar 1512 die Bubiker unter Androhung der Exkommunikation mahnen, endlich den geschuldeten Zehnten zu entrichten. Der Grund des Zahlungsverzugs liegt laut der Bubiker Gemeindechronik "Bubikon / Wolfhausen – zwei Dörfer, eine Gemeinde" in den grosszügigen Investitionen der Bubiker in ihre Kirche: Bereits 1498 hatte der Turmbau "eine schöne Stange Geld gekostet", und 1510 hatte man die dritte und grösste Glocke gleich beim berühmten Zürcher Glocken- und Geschützgiesser Peter Füessli bestellt.

 

Die 15 Zentner schwere Glocke kostete 15 Gulden pro Zenter, die Gesamtkosten kamen inklusive Glockenaufzug auf 400 Pfund zu stehen. Zwar mussten die Bubiker den Betrag in Raten abstottern, ein gesundes Selbstwertgefühl war ihnen aber schon damals nicht abzusprechen...

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