Nicolas Lindt las Bubikern die Leviten

"Verrat an Schweizer Werten": Augustredner reitet scharfe Attacke gegen Bundespräsident Ueli Maurer

Nicolas Lindt im Gespräch mit Gemeindepräsident Bruno Franceschini
Nicolas Lindt im Gespräch mit Gemeindepräsident Bruno Franceschini

Der Walder Schriftseller und Ritualbegleiter Nicolas Lindt hat als Augustredner in Bubikon wie erwartet stark polarisiert: In einer launigen Rede las er dem Publikum regelrecht die Leviten zum "täglichen Landesverrat", wofür er teilweise Zwischenapplaus erntete, aber auch da und dort einen Pfiff.

 

Es begann nur schon damit, dass er sich wunderte, von "Freien Bürgern" eingeladen worden zu sein und nicht von "Freien Bürgerinnen und Bürgern". Auch stellte er in den Raum, ob die Gemeinde, in der er zu Gast war, sich nicht in "Meitli- und Bubikon" umbenennen sollte. Den "täglichen Landesverrat" illustrierte Lindt an fünf Beispielen: Zum einen an Fussballnationalspielern, die unsere Landeshymne nicht singen können oder wollen. Offenbar sei es wichtiger, um jeden Preis zu siegen als unsere Werte zu vertreten. Das Beispiel verwunderte bei einem erklärten Freidenker wie Lindt, kommt im "Schweizerpsalm" doch in jeder Strophe mindestens zweimal das Wort Gott vor.

 

Als zweites Beispiel für "Verrat an Schweizer Werten" prangerte Lindt den Bundespräsidenten Ueli Maurer an, der in China unterwürfig ein Ende der Diskussion über das Tiananmen-Massaker gefordert habe. Ueli Maurer habe sich von denselben Panzern ehrenvoll begrüssen lassen, welche damals zur Unterdrückung eingesetzt worden seien. China sei nach wie vor eine Diktatur, welche die Menschenrechte missachte, namentlich in Tibet. Darüber habe Ueli Maurer kein Wort verloren. Dieses Beispiel kam im mehrheitlich konservativen Bubiker Festpublikum ganz schlecht an.

 

Besser goutierten die Bubiker das dritte Beispiel, als Lindt die Bauwut im Oberland mit Gebäuden wie in den sechziger Jahren, "grau und eckig", anprangerte. Als Lindt namentlich das neue Bubiker Bahnhofsviertel ansprach, erntete er spontanen Zwischenapplaus. Viertens monierte Lindt die "Gier nach Fleisch" und das Schlachten von Millionen von Tieren – das sei "Verrat am Tierschutz". Und fünftens sei das aktuelle Bildungssystem mit seiner unglaublichen Bürokratie und seinem Diplom- und Weiterbildungswahn Verrat an den Idealen von Heinrich Pestalozzi, der sich für eine Erzeihung für Kopf, Herz und Hand eingesetzt hatte.

 

Nicolas Lindt stellte abschliessend fünf Forderungen in den Raum: Abschaffung der Pädagogischen Hochschule, obligatorischer Besuch eines Schlachthofs für alle Schulklassen, Giebeldächer und farbiger Anstrich für alle grauen und eckigen Gebäude, eine Entschuldigung Ueli Maurers beim tibetischen Volk sowie Einladung des Dalai Lama in die Schweiz und schliesslich eine Spielberechtigung an Fussballländerspielen nur noch für Nationalhymne-singende Spieler.

Der 1. August 2013 in Bubikon in Bildern

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