Die SVP und die Schule

Bubikon steht vor einer ganzen Reihe spannender Gemeindeversammlungen und Urnenabstimmungen. Die Schulpflege Bubikon wird in nächster Zeit etliche Projekte und Vorhaben dem Volk vorlegen, und eine der Bubiker Ortsparteien, die SVP, hat dagegen mehrfach organisierten Widerstand angekündigt. Erster Showdown ist am 13. März, wenn es an der Gemeindeversammlung um die Klassenassistenzen geht.

 

Entzündet hat sich der Dorfkonflikt im letzten Herbst an einer Anwohnerversammlung im Wolfhauser Bühlhof-Quartier, als die – eigentlich schon länger bekannten – Pläne der Schulpflege, den Quartierkindergarten zu schliessen, präsentiert wurden. Quartierverein und SVP organisierten eine Petition, die von fast 1500 Bubikerinnen und Wolfhausern unterschrieben wurden. Auch wenn nicht alle Unterschreiber stimmberechtigt sind: Das entspricht fast der Stimmbeteiligung in Bubikon. An einer Orientierungsversammlung der Schule im Januar im Geissbergsaal erhoben sich alle anwesenden Unterschreiber auf Aufforderung eines Votanten – die klare Mehrheit im Saal.

 

Unter dem Eindruck dieser Machtdemonstration beschloss die Schulpflege, den Bühlhof-Kindergarten vorerst mit einer Klasse weiterzuführen und das Projekt Schulraumerweiterung um zwei Jahre zurückzustellen. "Salamitaktik!" konterten prompt die Widersacher, die im Handeln der Schulpflege kein Entgegenkommen zu erkennen vermochten. Die Fronten sind keinswegs aufgeweicht, sondern verhärteter denn je.

 

Längst geht es nicht mehr nur um den Kindergarten, den Auslöser des Konflikts. Es besteht die Gefahr, dass eine starke Bewegung im Dorf, die sich von den Behörden nicht wirklich ernst genommen fühlt, zur Fundamentalopposition wird, die jedes Projekt, jede Vorlage der Schule mit der Kindergarten-Frage verquickt und wichtige Vorhaben, die eigentlich mit dem Bühlhof-Kindergarten gar nichts zu tun haben, über Jahre verhindert.

 

Wie kann ein Weg aus einem solchen Stellungskrieg gefunden werden? Glücklicherweise stehen wir ein Jahr vor den Gesamterneuerungswahlen. Der Schulpräsident hat schon 2010 klar gesagt, dass er die letzte Amtsdauer antrete. Und auf 2014 soll ja die Schulpflege von neun auf sieben Mitglieder verkleinert werden. Die Schulbehörde wird sich also ziemlich stark verändern, und sie wird einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin bekommen.  Eine Chance, das Verhältnis SVP/Schule neu aufzugleisen? Es wäre zu hoffen!

 

Thomas Illi, Chefredaktor "buebikernews"

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Toni Hintermann (Sonntag, 03 März 2013 18:22)

    Es geht hier überhaupt nicht um organisierten Wiederstand gegen alles, vielmehr setzt sich die SVP als einzige Partei für unsere Kinder ein. Von allen anderen Parteien ist keine Meinung zu hören. Die SVP wird mit grosser Mehrheit für die Turnhalle hinstehen und das ist ja bekanntlich auch ein Projekt der Schule. Alle Projekte werden genau und sachlich geprüft, bevor darüber abgestimmt wird. Das mit den Klassenassistenzen genau zum jetzigen Zeitpunkt ein kostenintensives Projekt zur Abstimmung kommt, ist reiner Zufall. Es sprechen die Fakten gegen dieses Vorhaben und nicht der Kindergarten.

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