Schulpflege soll auf 7 Mitglieder schrumpfen

Viele emotionale Voten zum Bühlhof-Kindergarten am Informationsabend der Schule

Bald nur noch sieben statt neun: Schulpflege Bubikon (Bild: schule-bubikon.ch)
Bald nur noch sieben statt neun: Schulpflege Bubikon (Bild: schule-bubikon.ch)

Auf die nächste Amtsdauer hin wird die Schulpflege Bubikon von neun auf sieben Mitglieder verkleinert. Dies gab Schulpräsident Hans Murer am Mittwoch an einem Informationsabend bekannt. Hauptthema war aber aus Sicht der zahlreichen Teilnehmer der Bühlhof-Kindergarten.

 

Die Schulpflege arbeitet derzeit am Entwurf für eine neue Schulgemeindeordnung. Eine Revision wurde aus verschiedenen Gründen nötig: Das System der Schulleitungen zum Beispiel ist in der geltenden Schulordnung aus dem Jahr 1993 noch nicht berücksichtigt. Im Zuge der Verordnungsrevision soll nun namentlich die Schulpflege verkleinert werden, von derzeit neun auf sieben Mitglieder. Damit ist für die Gesamterneuerungswahlen im Frühling 2014 Hochspannung vorprogrammiert: Bereits bei den letzten Wahlen im Jahr 2010 bewarben für die neun Sitze 13 Kandidatinnen und Kandidaten. Die Regelung der Finanzkompetenzen soll laut Schulpräsident Hans Murer in der neuen Schulgemeindeordnung hingegen nicht verändert werden.

 

"3 Millionen für netto zwei neue Klassenzimmer"

 

Liegenschaftenvorstand Toni Diethelm orientierte über die geplante Schulraumerweiterung in Wolfhausen, die auch eine Ersatzlösung für den Kindergarten im Bühlhofquartier umfasst. Für schätzungsweise 2,9 Millionen Franken soll anstelle des heutigen Pavillons ein zweistöckiger Minergiebau erstellt werden. Die Gemeindeversammlung wird darüber voraussichtlich im Juni entscheiden. Bezugsbereit soll der Bau im Juli 2014 sein. Für mindestens 5 Millionen Franken soll zudem eine Doppelturnhalle entstehen. Dieses Projekt muss vor die Urnenabstimmung (voraussichtlich September 2013), und der Bezug ist für Herbst 2014 geplant. Nochmals begründete Toni Diethelm die geplante Schliessung des Bühlhof-Kindergartens: Ein Neubau käme hier auf knapp eine Million Franken zu stehen, was sich die Gemeinde nicht leisten könne.

 

Zur am Montag bei der Schulverwaltung mit 1456 Unterschriften eingereichten Petition gegen die Kindergartenschliessung mochte die Schulpflege noch nicht Stellung nehmen: Wie berichtet, wird sich die Behörde an ihrer Januarsitzung (22. Januar) damit befassen. Die Diskussion im Publikum, zu einem beträchtlichen Teil Unterschreiber der Petition, verlief sehr emotional: Angesprochen wurde von vielen Votanten – darunter Bühlhofvereins-Präsident Hansruedi Hunziker und SVP-Präsident Toni Hintermann – die Sicherheit der Kinder, namentlich die gefährliche Hauptstrasse, die von Vierjährigen überquert werden müsste. Die Schulpflege hingegen berief sich auf Abklärungen der Kantonspolizei, denenzufolge der 1,2 Kilometer lange Schulweg vom Bühlhofquartier an den Ersatzstandort sicher sei. FDP-Präsident Kurt Bylang fragte sich, ob 3 Millionen für netto zwei neue Klassenräume sinnvoll seien. Hansruedi Hunziker gab bekannt, dass das auf dem Areal des Bühlhof-Kindergartens lastende Servitut mit der Verpflichtung der Schule, hier einen Kindergarten zu betreiben, sicher bestehen bleiben werde. Schulpräsident Hans Murer räumte ein, dass ein Verkauf der Liegenschaft zwecks Überbauung– im Richtplan, der im März an die Gemeindeversammlung kommt, noch vorgesehen – derzeit nicht mehr geplant sei. Gegen die Aufrechterhaltung des Servituts werde man aber nötigenfalls Anwälte bemühen.

 

100 000 Franken jährlich für Klassenassistenzen

 

Wenn das bis Sommer 2013 befristete Projekt "Klassenassistenzen" definitiv weitergeführt werden soll, muss die Gemeindeversammlung vom März oder Juni darüber entscheiden, denn die wiederkehrenden Kosten von jährlich 100'000 Franken übersteigen die Kompetenzen der Schulpflege. Die Schulpflege wird, wie sie bereits im Dezember kommunizierte, an ihrer Januar-Sitzung einen Grundsatzentscheid fällen, ob sie der Gemeindeversammlung einen entsprechenden Antrag stellen will.

 

Am Informationsabend berichtete Schulpfleger Thomas Stemmler über die Erfahrungen mit dem Pilotprojekt berichtet: Insgesamt sind an der Schule Bubikon derzeit sieben Klassenassistentinnen und ein Klassenassistent in 131 Stellenprozent beschäftigt. An den beiden Primarschulen können sie für wöchentlich 28 und 25 Stunden, an der Sekundarschule für 15 Stunden eingesetzt werden. Klassenassistenzen unterstützen die Lehrpersonen in Bereichen, welche durch die schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen nicht abgedeckt werden. Sie sind fest angestellt, aber nicht pädagogisch-didaktisch ausgebildet.

 

 


So wird der zweigeschossige Minergiebau aussehen, der anstelle des heutigen Pavillons in Wolfhausen erstellt wird. Der Bau enthält auch Kindergartenräume als Ersatz für den Bühlhof-Kindergarten. (Bilder zum Vergrössern anklicken)

 

 

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