97 Jugendliche fielen auf "Cécile Meister" herein

Sie war ein Fake-Profil: Aufschlussreiches Facebook-Experiment der Jugendarbeit Hombrechtikon

Mitte Januar 2012 wurde von der Jugendarbeit Hombrechtikon ein fiktives Facebook-Profil unter dem Namen “Cecilé Meister” erstellt. Von diesem Profil aus wurden etwa 120 Jugendliche aus Hombrechtikon und Umgebung für eine Facebook-Freundschaft angefragt. Die Versuchsphase dauerte rund 10 Tage. Nach Ablauf dieser Phase wurde ein reales “Freundestreffen” für alle Facebook-Freunde von Cecilé Meister einberufen. An diesem Anlass wurde das Geheimnis gelüftet und die Ergebnisse des Experimentes bekannt gegeben. Anschliessend wurden alle Facebook-Freunde per Nachricht über das Experiment aufgeklärt und ebenfalls über die Ergebnisse informiert.

Das jetzt von der Jugendarbeit Hombrechtikon präntierte Ergebnis ist sehr aufschlussreich: Innerhalb von 10 Tagen nahmen 97 von rund 120 angefragten Jugendlichen die Facebook-Freundschaft an. 13 fragten zurück “wer bist du?”. Und 10 meldeten sich nicht, respektive nahmen die Anfrage nicht an. Rund 80% aller kontaktierten Jugendlichen liessen sich also bedenkenlos auf eine Facebook-Freundschaft mit einer ihnen absolut unbekannten Person ein.

"Im Falle dieses Experimentes waren die Folgen für die teilnehmenden Jugendlichen nicht tragisch", schreibt die Jugendarbeit Hombrechtikon: Zu denken gebe jedoch, dass hinter diesem Fake-Profil irgendeine Person hätte stehen können. Ein Lehrer, eine Verwandte, aber auch ein zukünftiger Chef oder sogar eine Person mit kriminellen Absichten. Alles was die Jugendlichen in ihren Facebook-Profilen veröffentlichten, war für die Testperson einsehbar und verwendbar. Und bei vielen Jugendlichen sei es sehr bedenklich, wie viele private Details “veröffentlicht” werden. Das reicht von Freundschaften und Klassenstreitigkeiten, bis hin zu intimen Fotos, Wohnadressen, Telefonnummern und aktuellen Aufenthaltsorten.
Positiv bewertet die Jugendarbeit, dass ein dubioses Profil (wie auch das von Cecilé Meister) schnell bekannt sei unter den Jugendlichen und zum Gesprächsthema werde. Warum aber trotz den offensichtlichen Unstimmigkeiten des Profils die Freundschaften beibehalten werden, werfe grosse Fragen auf.

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