Bubikon braucht dringend neuen Schulraum: «Generationenprojekt» für fast 80 Millionen Franken

(Bild: buebikernews)
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Nach einem ersten Infoanlass vom 25. Mai 2023 hat der Gemeinderat am Donnerstag (31. August 2023) ein weiteres Mal über seine Immobilenstrategie berichtet. Gemeindepräsident Hans Christian Angele sprach von einem «Generationenprojekt», das nun in Angriff genommen werden soll. Themen des Abends waren der Zustand der öffentlichen Gebäude, die Schülerzahlentwicklung, die Entwicklungskonzept der Schulareale, die erwarteten Auswirkung auf den Finanzhaushalt, der Wettbewerb im Rahmen der Schularealentwicklung und die weitere Schritte.

 

Wegen der gleichzeitig stattfindenden Blutspendeaktion des Samararitervereins konnte der Anlass nicht im Geissbergsaal durchgeführt werden, sondern musste auf den für lediglich 100 Personen zugelassenen Andachtsarum des Ökumenischen Zentrums in Wolfhausen ausweichen. Dementsprechend «ausgebucht» war der mit Detailinformationen gespickte Anlass.

 

Wettbewerbskredit an Dezember-Gemeindeversammlung

 

Im Mai hatte Gemeindepräsident Hans Christian Angele noch angekündigt, ein erster Wettbewebskredit werde bereits der Gemeindeversammlung vom September vorgelegt. Davon ist man aber abgekommen. Nun soll dieser Wettbewerbskredit – der nur den Teil Schulraum Bubikon umfasst – der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember 2023 vorgelegt werden. Ins Budget 2024 sind laut Angele dafür 625 000 Franken eingestellt – rund drei Steuerprozente.

 

Das ganze Vorhaben, das sich bis Anfang der 2030er Jahre hinziehen wird,  umfasst die Bereiche Schulraum Bubikon, Schulraum Wolfhausen und Werkhof. Die vom Gemeinderat als prioritär eingestuften Projektvarianten werden heute auf insgesamt rund 78 Millionen Franken geschätzt, worauf allein fast 67 Millionen Franken auf den Schulraum Bubikon entfallen. Mit 3 Millionen wird für den Werkhof gerechnet, mit 8 Millionen für den Schulraum Wolfhausen.

 

Keine Frage: In Bubikon sind die Schulanlagen Spycherwis und Mittlistberg in die Jahre gekommen, um es mal harmlos auszudrücken. Ähnlich sieht es bei der Schwimmhalle Bergli aus. Allein der Instandhaltungs- und Instandsetzungsbedarf wäre riesig. Der Gemeinderat favorisiert indessen für Bubikon ein Gesamtschulzentrum mit Neubauten und einer 3-fach-Turnhalle plus Einfachturnhalle. Der Bedarf dafür scheint ausgewiesen, wie die prognostizierten und von Fachleuten am Anlass präsentierten Bevölkerungs-, Schüler- und Klassenzahlen zeigten.

 

«Steuererhöhung um bis zu vier Prozent denkbar»

 

Die wichtigste Frage aber lautet: Kann Bubikon den Finanzbedarf dafür überhaupt stemmen? Leandra Birrer von der Firma Swissplan, welche die Gemeinde seit Jahren berät, hält dies nicht für unmöglich: Derzeit habe Bubikon Rechnungsüberschüsse, eine gute Selbstfinanzierung von über 3 Millionen Franken, und das Nettovermögen schwanke, wie im Finanzplan vorgesehen, zwischen plus und minus 2000 Franken pro Einwohner. Bis zum Finazplanhorizont 2027 könne der Steuerfuss von 118 Prozent wohl stabil gehalten serden.

 

Allerdings fallen die enormen Investitionskosten erst nach 2027 an: Die verzinslichen Schulden werden auf über 50 Millionen Franken steigen, und Schulden hätten, so Birrer, seit der Zinswende «wieder einen Preis». «Für eine Begrenzung der Schulden ist eine Erhöhung des Steuerfusses um bis zu vier Prozent denkbar», räumte Leandra Birrer ein. In den 2030er Jahren werde sich dann die Situation aber wohl wieder entspannen.

 

Zunächst hat, wie erwähnt, das Stimmvolk am 13. Dezember 2023 an der Gemeindeversammlung das Wort, wo über den Wettbewerbskredit über 625 000 Franken abgestimmt wird. Sofern dieser Startschuss gelingt, werden die weiteren Entscheide dann an der Urne fallen: Ende 2024 über einen konkreten Projektierungskredit, Ende 2026 über den ganz grossen Brocken, den eigentlichen Baukredit.

 

(bn)

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Präsentation der Infoveranstaltung vom 31.8.23
20230831_Infoveranstaltung Immobilienstr
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