Vermisst ≠ vermisst?

Derzeit bittet die Kantonspolizei Zürich zu drei aktuellen Vermisstmeldungen Medien und Bevölkerung um Mithilfe. Zwei Fälle betreffen die unmittelbare Region: In Oetwil wird eine 74-jährige Patientin der Klinik Schlössli vermisst, in Wetzikon ein 18-jähriger junger Mann. "ZO Online" und "buebikernews" haben gestern diese polizeilichen Suchmeldungen weiterverbreitet.

 

Die Suche nach dem 18-jährigen Wetzikon findet beim Wetziker Medienhaus auch heute noch immer breites journalistisches Interesse: "Riesige Anteilnahme: Oberland sucht Mirco Grab", titelt "ZO Online". Der gestrige ZO-Bericht sei hundertfach auf Facebook geteilt worden. Die Polizei habe erst wenige Hinweise erhalten, weiss der ZO-Reporter zu berichten. Man gehe jeder Spur nach. Auch "Tele Züri" widmet am Dienstagabend dem Verschwinden von Mirco Grab einen Beitrag.

 

Und die Psychiatriepatientin aus Oetwil? Über ihren Fall liest und hört man heute bei "ZO Online" und bei "Tele Züri" nichts Neues. Berührt der ungewisse Verbleib eines 18-Jährigen mehr als das Verschwinden einer betagten Frau? Ist es das vermeintlich ungleiche "Leserinteresse", das hier Unterschiede macht?

 

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