Im Jahr 2011 feiert Bubikon sein 1200jähriges Bestehen. Basis dieses Datums bildet eine urkundliche Erwähnung von "Puapinchova" aus dem Jahre 811. Dazu sind allerdings einige Fragezeichen zu setzen.
Das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) bestätigt Datum und Erwähnung, weist aber darauf hin, dass bereits 744 der Weiler Berlikon ("Perolvinchova") im Südwesten unserer Gemeinde im Zusammenhang mit grundherrlichen Rechten des Klosters St. Gallen in einer Urkunde aufscheint. "Puapinchova" und "Perolvinchova" waren damals bloss alemannische, nach ihren Errichtern benannte Gehöfte und noch keine Dörfer. Dass unsere heutige Gemeinde Bubikon und nicht Berlikon heisst, ist der unterschiedlichen Entwicklung der beiden Siedlungen in späteren Jahrhunderten zu verdanken.
Aber auch Berlikon ist nicht der erste Weiler unserer Gemeinde, der in historischen Urkunden aufscheint. Schon 741 ist der Weiler Zell beim Egelsee erwähnt. Und auch Widenswil (750) und Rüegshausen (775) scheinen in Urkunden lange vor "Puapinchova" auf. Historiker wissen zudem, dass alle alemannischen Siedlungen, deren Namen mit "...-ikon" ("...-inchova") endet, in der Zeit des alemannischen Herzogtums zwischen 550 und 650 n.Chr. errichtet worden sind, auch wenn aus dieser Zeit keine Urkunden existieren. Und Siedlungen, deren Namen auf "...-hausen" enden, sind zwischen 650 und 700 entstanden, also Wolfhausen und Rüegshausen, Ausbausiedlungen mit Endungen auf “-wil, -berg, -acher, -bach" zwischen 650 und 900, also nebst Widenswil auch Rutschberg, Barenberg, Landsacher, Dienstbach.
Im Historischen Lexikon der Schweiz ist zudem erwähnt, dass einige Flurnamen und Bennennungen von Weilern sogar noch viel älter sind und auf die Zeit der Kelten (Mürg) und der Römer (Tafleten, Kammern, Zell) zurückgehen. Autor des HLS-Beitrages über Bubikon ist Kurt Schmid, Co-Autor des 1981 erschienenen Heimatbuches "Bubikon – Wolfhausen, zwei Dörfer eine Gemeinde". Dort sind alle diese Sachverhalte im Detail nachzulesen.
Fazit: Wie alt "Bubikon" ist, lässt sich nicht genau festlegen. Bestimmt sind es 2011 aber nicht 1200 Jahre. So alt ist nur gerade die eine Urkunde mit der Erwähnung "Puapinchovas".
Zum Projekt Klassenzusammenkunft aus Anlass der 1200-Jahr-Feier existiert auch eine Gruppe auf Facebook!