Mi
04
Jan
2012
Über "Wetzikons versunkenes Kohlebergwerk" berichtet der "Zürcher Oberländer" in seiner heutigen Ausgabe. Im heutigen Industriegebiet Schöneich wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eiszeitliche Schieferkohle abgebaut - ein Vorkommen, das allerdings weder qualitativ hochwertig noch sehr ergebiebig war. Wie aus dem 2001 erschienenen und vergriffenen Buch "Eine Landschaft und ihr Leben: das Zürcher Oberland" von Bernhard Nievergelt und Hanruedi Wildermuth hervorgeht, war der Wetziker Flöz aber beileibe nicht das einzige Schieferkohlevorkommen im Oberland. Abgebaut wurde das Brennmaterial auch in Bossikon, im Betzholz, in Gossau und in Dürnten, in grösserem Stil aber nur im Dürntner Gebiet Oberberg. Hier wurden bereits seit 1820 Kohlevorkommen im Tagbau – teilweise gemeinnützig für die ärmsten Bauern – und ab 1854 bis etwa 1886 auch im Untertagbau ausgebeutet. Auch in Dürnten entstand mit der Zeit ein weit verzweigtes Stollensystem in der Region Oberberg / Binzberg / Hinterberg. Im Kriegsjahr 1870/71 erreichte die Dürntner Produktion rund 3200 Tonnen. Die Spuren des Abbaus im Tagbau und die Stolleneingänge sind teilweise noch sichtbar.