Mo
02
Jan
2012
Der gescheiterte Bundesratskandidat Bruno Zuppiger rechnet mit einem baldigen Strafverfahren gegen ihn: Gegenüber der "SonntagsZeitung" berichtet der SVP-Politiker, dass die Justiz gemäss seinen Informationen demnächst mit der Strafuntersuchung beginnen werde. «Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, dass sie die Vorwürfe ab Januar 2012 untersuchen will», teilte Zuppiger der "SonntagsZeitung" schriftlich mit. Der Hinwiler habe sich bereits für einen Prozess gerüstet – er hat mittlerweile einen Anwalt engagiert, der sich nun um die Angelegenheit kümmert. Der Zürcher Oberstaatsanwalt Andreas Brunner wollte Zuppigers Informationen weder bestätigen noch dementieren; seine Sprecherin Corinne Bouvard macht lediglich transparent, dass die Staatsanwaltschaft «im Verlauf des Januars» per Communiqué informieren werde, ob sie formell das Verfahren gegen den Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger eröffnet. Bereits Anfang Dezember begann die Justiz mit der Voruntersuchung – nun steht der Entscheid offenbar fest. Für Zuppiger würde eine offizielle Verfahrenseröffnung seine politische Existenz gefährden: Der Zürcher Kantonalpräsident Alfred Heer hat mehrfach erklärt, seine Partei werde bei einem Strafverfahren «ernsthaft» mit Zuppiger reden müssen; ein Veruntreuungsprozess gegen ein prominentes SVP-Mitglied würde das Ansehen der Partei schädigen, die sich als Anwalt der Anständigen inszeniert und Missbrauchsfälle hart anprangert. Hinter vorgehaltener Hand bringen namhafte SVP-Parlamentarier bereits das Szenario eines Fraktionsausschlusses ins Spiel.