Mo
19
Dez
2011
kapo.Die Kantonspolizei Zürich hat in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland sowie mit den Polizeikorps der Kantone Schwyz, Zug, St. Gallen und Bern in einem Ermittlungsverfahren fünf Personen insgesamt 18 Skimming-Attacken auf Bancomaten mit einem Gesamtschaden von rund 100‘000 Franken nachgewiesen.
Bankangestellte bemerkten Ende Mai 2011 in Oberwinterthur bei einer routinemässigen Überprüfung Manipulationen an zwei Bancomaten und meldeten dies der Polizei. Bei der darauf vorgenommenen
polizeilichen Überwachung konnte festgestellt werden, wie sich eine Frau an den Bancomaten zu schaffen machte. Nachdem diese die Bank verlassen hatte, setzte sie sich unweit der Bank zu einem
Mann in ein parkiertes Auto. Dort wurden beide verhaftet und der Personenwagen sichergestellt. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die beiden rumänischen Staatsangehörigen, ein
33-jähriger Mann und eine 26-jährige Frau, im Kanton Schwyz ein Ferienhaus gemietet hatten. Die Miete bezahlten sie dem Eigentümer jeweils in bar. Anfang Juni 2011 wurde die Liegenschaft daher
durch Angehörige der Kantonspolizei Schwyz kontrolliert. Sie stiessen dabei auf eine 36-jährige Moldauerin und zwei Rumänen im Alter von 21 und 32 Jahren. Die drei konnten widerstandslos
verhaftet werden. Bei der Hausdurchsuchung kamen zahlreiche Gegenstände zu Tage wie spezielle Kunststoffplatten, Kabelleisten für Kameraverstecke, Schneid- und Schweissmaterial sowie die
verschiedensten Elektronikteile, die für die professionelle Herstellung von Bestandteilen für die unbefugte Datenbeschaffung an den Bancomaten verwendet wurden. Für die Untersuchung der beiden in
Oberwinterthur und im Kanton Schwyz sichergestellten Personenwagen wurden Spezialisten des Grenzwachtkorps beigezogen. In beiden Autos hatten die Betrüger Verstecke angebracht. In einem befanden
sich Funkgeräte, das andere war leer.
Im folgenden Ermittlungsverfahren zeigte sich, dass der Bande aus Rumänien insgesamt 18 Skimming-Attacken und –versuche angelastet werden konnten. Sie hatte die Straftaten in wechselnder
Zusammensetzung von Mitte Januar 2011 bis zu ihrer Verhaftung vor allem in der Region Zürich, aber auch in den Kantonen Schwyz, Zug und St. Gallen verübt. Bei den Tätern handelt es sich um
Kriminaltouristen, die ausschliesslich zur Begehung von Straftaten in die Schweiz gekommen waren. Bei ihrem Tatvorgehen hatten sich die Täter teilweise mit Perücke oder Brille verkleidet. Beim
Skimming kopieren die Täter die Magnetstreifendaten von den Kontokarten der Bankkunden und spähen die Codeeingabe aus. Dazu brachten sie in den vorliegenden Fällen an den Bancomaten meistens
oberhalb des Tastaturfeldes Kameraleisten und am Karteneinzugsschacht Kartenlesegeräte an. Diese Gerätschaften wurden durch die Täter absolut unauffällig und in kürzester Zeit an den Bancomaten
montiert. Mit den geskimmten Daten wurden Kartendubletten angefertigt. Zumindest zum Teil gelang es damit aus der Ukraine Geld von Bancomaten zu beziehen. Die Gesamtschadensumme beläuft sich auf
rund 100‘000 Franken. Alleine durch die Sperrung der über 1‘100 betroffenen Kontokarten und die Reparaturen an den Bancomaten entstand den von den Attacken betroffenen Banken ein Schaden von
gegen 60‘000 Franken.
Präventionsaufruf:
Die Polizei empfiehlt den Benutzern von Bancomaten das Eintippen des Codes immer mit der freien Hand abzudecken. Auch andere Einrichtungen wie Billettautomaten oder solche an Tankstellen können
Skimming-Attacken ausgesetzt sein.