Mo
24
Okt
2011
Beeinflusst der Umstand, dass bei Nationalratswahlen Kandidierende aus dem Ort zur Wahl stehen, das Wählerverhalten in einer bestimmten Gemeinde? Die Frage – hier am Beispiel Bubikon untersucht – ist nicht eindeutig zu beantworten.
Aus Bubikon fanden sich Kandidaten der EDU (Erich Vontobel und Daniela Wüthrich), der EVP (Thomas Illi) und der Konfessionslosen (Julia Schaub) auf den Wahllisten. Die EDU weist bezirksweit einen unveränderten Wähleranteil von 4,3 Prozent auf. In Bubikon jedoch konnte sie 0,5 Prozent auf neu 5,9 Prozent zulegen. Auch in Rüti, wo Spitzenkandidat Stephan Dollenmeier als Wahllokomotive fungierte, legte die EDU zu, und zwar 0,4 Prozent. Bei der EVP scheint die Taktik mit einem lokalen Kandidaten ebenfalls aufgegangen zu sein: Während die EVP bezirksweit gegenüber 2007 0,7 Prozent Wähleranteil einbüsste und auf noch 4,5 Prozent Wähleranteil kam, verlor sie in Bubikon lediglich 0,1 Prozent (neu: 3,4 Prozent). Gegen einen Einfluss lokaler Kandidaturen auf das Wählerverhalten spricht allerdings bei der EVP das Beispiel Bäretswil: In der Gemeinde mit dem EVP-Spitzenkandidaten Gerhard Fischer verlor die Partei 1,2 Prozent, also deutlich mehr als im Bezirksdurchschnitt. Noch grösser, nämlich 2,0 Prozent, war der Wählerverlust für die EVP in Gossau, wo ebenfalls ein lokaler Kandidat (Daniel Baldenweg) auf der Liste stand.
Gewonnen haben in Bubikon aber vor allem die jungen Parteien GLP (+ 3,7 Prozent) und BDP (+5,5 Prozent) ohne lokale Kandidaten.
Zu den Siegern (+ 1,0 Prozent) gehören auch die diversen Splittergruppen. Eine davon, die Liste der Liste der Konfessionslosen, war ebenfalls mit einer lokalen Kandidatin vertreten. Sie erreichte einen Wähleranteil von 0,2 Prozent.