Do

13

Okt

2011

Latein lebt...

Bild: Screenshot ON Bild: Screenshot ON

Wer sagt denn, Latein sei eine tote Sprache? Immer wieder finden sich lateinische Brocken in journalistischen Texten, von "in dubio pro reo" (im Zweifel für den Angeklagten) über die "conditio sine qua non" (zwingende Bedingung) bis zur "contradictio in adiecto", dem Widerspruch in sich selbst. Medienleute gefallen sich bisweilen darin, die humanistische Bildung sichtbar vor sich her zu tragen, wozu hat man schliesslich sechs Jahre lang Caesar, Cicero und Vergil gebüffelt?

Auch für das Phänomen (das ist übrigens nicht Latein, sondern Griechisch und bedeutet "Erscheinung"), dass in der Region die lange Tradition der herbstlichen Gemeindeviehschauen offenbar gefährdet ist, darfs durchaus mal ein lateinischer Titel sein: "Quo vadis Kühe?", fragen sich die "Obersee Nachrichten" in der neuesten Ausgabe.

Aber was bedeutet dies? "Quo vadis, Domine?", "Wohin gehst du, Herr?" fragte gemäss den apokryphen Petrusakten Apostel Paulus, als ihm bei seiner Flucht aus Rom plötzlich Jesus erschien. Christus soll geantwortet haben: "Venio Romam iterum crucifigi", "Ich komme nach Rom, um erneut gekreuzigt zu werden." Paulus kehrte daraufhin beschämt nach Rom zurück – und wurde hingerichtet.

"Wohin geht ihr, Kühe?", fragt sich also das Oberseer Gratisblatt und erinnert an die Zeit der Christenverfolgung im antiken Rom. Da wollen wir die nicht ganz korrekte Singularform (richtig wäre im Plural: "quo vaditis") doch nachsehen...

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