Mo
15
Aug
2011
Der erste Schweizer «Tatort» nach Jahren war gut...Das hat aber weniger mit Stefan Gubser als – durchaus solidem – Luzerner Kommissar zu tun als vielmehr mit einer tollen Schiesserei
in einem schmuddeligen Luzerner Treppenhaus, einem überraschenden Plot und vor allem den auftretenden Frauen.
Die Bubikerin Anna Schinz alias Brigitte Bürki hatte leider nur exakt vier Auftritte mit drei gesprochenen Sätzen. Diese Kurzplattform nutzte die junge Schauspielerin aber, um sich für den
zweiten Schweizer «Tatort» «Skalpell» zu empfehlen, wo sie dann eine ungleich grössere Nebenrolle ausfüllen wird. Schinz spielte ihre Parts konzentriert und präsent, auch wenn ihre Sätze «Sii
isch jetz daa», «Nei, ales guet» und «Sii hät sich zruggzoge» nicht in die Filmgeschichte eingehen werden.
Schauspielerisches Highlight war die Frau des ermordeten Politikers, Stefanie Japp alias Natalie Kreuzer. Sie tauchte den Zuschauer in starke Gefühlsbäder; vom tiefen Mitleid bis zum Verständnis
für ihre Mitschuld. Weitere starke Frauenrollen: Sabina Schneebeli als lebendige Spurensucherin und Ursina Lardi als gescheiterte Existenz. Tiefpunkt im Ranking war Abby Lanning alias Sofia
Milos. Die amerikanisch/schweizerische Kollegin von Flückiger/Gubser war eine Fehlbesetzung. Sie agierte derart plakativ, dass – obwohl zweimal Sex mit Flückiger – keine Chemie zwischen den
Hauptfiguren entstand. Mit Spannung darf nun der zweite Schweizer «Tatort» erwartet werden, und «zmitzt drin» – Anna Schinz.
Azurblauer Himmel. Die Sonne knallt. Sonnenbrillentragende Ermittler stehen lässig grübelnd um eine Wasserleiche herum. Nein, wir sind hier nicht am Set von „ CSI Miami“, sondern beim Schweizer Tatort! Gut, mit Sofia Milos (41) war sogar ein waschechter „CSI Miami“-Star dabei (sie spielte die „Austausch-Polizistin“ Abby Lanning) – aber das war's dann auch schon mit dem US-Crime-Appeal.
Über zehn Jahre hatte es keinen Schweizer Tatort mehr gegeben. Aber nach dem, was da am Sonntagabend über die Bildschirme geflimmert ist, wird wohl kaum jemand behaupten, er habe ihn je vermisst...
Schon vor der Ausstrahlung des Schweizer Tatorts „Wunschdenken“ hatte es ordentlich gescheppert. Wegen „plumper Schweizer Klischees“ (Kulturchefin des Schweizer Fernsehens, Nathalie Wappler) war die Ausstrahlung des Tatorts zunächst verschoben worden. Die zweite Fassung schmeckte Regisseur Markus Imboden so gar nicht. Gegenüber des Schweizer „Blick“ bemängelt er das „Bauerndeutsch“, das die Darsteller sprechen mussten.
Die ARD hatte eine Neusynchronisation der Urfassung gefordert, weil die Sprache der Schauspieler angeblich nicht „schweizerisch“ genug klang. Das Ergebnis war für schwyzerdütsch-ungeübte Ohren vor allem eins: irritierend. Lippenbewegungen stimmten mit dem Ton oft nicht überein. Man merkte der Fassung die Nachsynchronisation deutlich an..
Die Handlung – eher plätschernd als mitreißend...Während die Story eher Schulterzucken hervorruft, verursacht das sehr gewollt daherkommende Techtelmechtel zwischen Kommissar Flückiger und seiner Assistentin Abby (Sofia Milos) vor allem eins: Kopfschütteln. Was die Beiden zueinander treibt, bleibt unklar. Leidenschaft: Fehlanzeige.
Aber wenn man so einen gutaussehenden Hollywood-Star wie Sofia Milos schon einmal engagiert hat, sollte man freilich auch alle sich bietenden Möglichkeiten ausschöpfen, oder etwa nicht? Die wunderbar sinnliche, gelockte Mähne, ihre schlanke Silhouette und die auffällig straffen Brüste – wäre ihre Schönheit denn verschwendet, wenn man ihr nicht wenigstens einmal die Bluse vom Leib reißt? Wir finden: nein.