Do
14
Jul
2011
Es ist Sommer. In journalistischer Hinsicht bedeuten diese nachrichtenarmen Wochen: Saure-Gurken-Zeit. Saure Gurken, das sind Fingersauggeschichten, Spaltenfüller, weil einfach nichts
Gescheiteres los ist, worüber man berichten könnte. Saure Gurken geniessen aber auch, seit es Zeitungen gibt, besondere Aufmerksamkeit, gerade weil sie manchmal so skurril, lustig, kultig sind.
Und weil man, wenn man über die sauren Gurken der KollegInnen schreibt, wieder ein paar Zeilen gefüllt hat.
Im neuesten "regio." haben wir zwei besonders schmackhafte Beispiele entdeckt. Da ist zum einen Tigerkatze Keesha, seit einigen Tagen in Rüti abgängig, von der Besitzerfamilie verzweifelt gesucht. Das ist zwar traurig, geht hingegen übers Jahr höchstens als Aushang an Laternenpfählen durch. In der Saure-Gurken-Zeit ist die vermisste Mieze nun plötzlich eine 30-Zeilen-Meldung in einer gedruckten Zeitung – mit Bild!
Den Vogel schiesst das Blatt jedoch mit der gross aufgemachten Geschichte über eine immerhin 40jährige Bubikerin ab: Sie ist seit sechs Jahren ein Fan der Rockband Bon Jovi. So what? Wenn sie wenigstens, ein Lebenstraum, den Gitarristen Richie Sambora getroffen hätte...
Übrigens: Ich bin Metallica-Fan und hätte im Sommer noch ein paar Termine für eine Homestory frei...