Fr

06

Mai

2011

Wahl in die Synode: Wahlkampf wird gehässig

Der Kampf im Oberland um die Wahlen in die reformierte Kirchensynode vom 15. Mai hat eine gehässige Note bekommen: In einem heute im "Zürcher Oberländer" publizierten Leserbrief führt der Rütner Kandidat Lukas Maurer einen Rundumschlag gegen neuen Mitkandidierende, die auf einem Flyer von einem unabhängigen Komitee zur Wahl empfohlen werden. Die Empfehlungs-Liste – auf der sich auch der Bubiker Kandidat Reto Studer befindet – sei, so Maurer in seinem Leserbrief, "keineswegs unabhängig" sondern entspringe einem "Machtkampf der evangelisch-kirchlichen Fraktion". Es sei die Absicht der "Evangelikalen, andere Synodale, die nicht zu den Traditionalisten in ihrem Sinn gehören, aus der Synode" zu drängen. Aber stimmt der Vorwurf überhaupt? Tatsache ist: Auf der Empfehlungsliste mit neun Kandidaten – ohne Lukas Maurer – finden sich zwar vier bisherige Mitglieder der evangelisch-kirchlichen Fraktion, dazu aber auch drei neu Kandidierende, die sich erst nach einer allfälligen Wahl für eine der vier Fraktionen entscheiden werden, und ausserdem zwei Mitglieder des keinswegs evangelikalen Synodalvereins, darunter der amtierende Präsident der Kirchensynode, Peter Würmli. Den partei- und fraktuionsunabhängigen Empfehlungsflyer unterzeichnet haben unter anderem der frühere Gossauer FDP-Kantonsrat Hansruedi Hartmann, der Hinwiler Bezirkskirchenpfleger Uwe Müller-Gaus und der Bubiker Pfarrer Thomas Muggli-Stokholm. Muggli, bis zur Neuwahl noch amtierendes Mitglied der Kirchensynode, gehört derselben Fraktion wie Leserbriefschreiber Lukas Maurer, nämlich der religiös-sozialen Fraktion.

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