Mi

30

Mär

2011

Insiderskandal bei Hörgerätefirma Sonova

Der Aktienverkauf vom 8. März brachte Andy Rihs 37,521 Millionen ein. Am 30. März war dieses Paket noch 25,8 Millionen wert. Der Aktienverkauf vom 8. März brachte Andy Rihs 37,521 Millionen ein. Am 30. März war dieses Paket noch 25,8 Millionen wert.

bn.Überraschende Wechsel im Top-Management des Stäfner Hörgeräteherstellers Sonova: CEO Valentin Chapero und CFO Oliver Walker müssen gehen, und auch Sonova-Verwaltungsrats-präsident Andy Rihs nimmt den Hut. Hintergrund ist ein handfester Skandal um heikle Börsentransaktionen.

 

"Im Vorfeld der Gewinnwarnung vom 16. März 2011 haben es die Verantwortlichen von Sonova versäumt, innerhalb des Unternehmens rechtzeitig ein Handelsverbot für Börsentransaktionen mit eigenen Aktien und Optionen zu erlassen. Als Folge dieses Versäumnisses kam es zu Transaktionen, die damals nicht hätten stattfinden dürfen. Ausserdem hat Sonova die Gewinnwarnung zu spät veröffentlicht." So beginnt die erstaunlich ehrliche Merdienmitteilung, die Sonova am Mittwoch publiziert hat. Sie zitiert damit Ergebnisse der Untersuchung einer Anwaltskanzlei, welche der Verwaltungsrat von Sonova in Auftrag gegeben hatte. Aufgrund dieser Vorkommnisse und deren Konsequenzen für das Unternehmen haben nun CEO Valentin Chapero und CFO Oliver Walker ihren Rücktritt eingereicht. Ebenso hat Verwaltungsratspräsident Andy Rihs erklärt, er trete von seinem Amt als Präsident des Verwaltungsrats zurück.

 

Anstelle von Andy Rihs habe der Verwaltungsrat Robert Spoerry (56) zu seinem Präsidenten gewählt, heisst es in der Mitteilung weiter. Spoerry gehört dem Verwaltungsrat von Sonova seit 2003 als nicht-exekutives Mitglied an und blickt auf eine langjährige Industrieerfahrung zurück. Er war früher CEO des Präzisions-Messgeräte-Herstellers Mettler Toledo, dem er auch heute noch als Verwaltungsratspräsident vorsteht.

 

Staatsanwaltschaft ermittelt

 

Rihs tritt zwar als VR-Präsident zurück, bleibt aber Mitglied des Sonova-Verwaltungsrates. Die interne Untersuchung habe keine Hinweise ergeben, dass er am 8. März beim Verkauf von 300‘000 Sonova-Aktien gewusst hat, dass eine Woche später eine Gewinnwarnung publiziert werden würde. Rihs hat dem Käufer inzwischen angeboten, die Aktien zum Verkaufspreis zurückzukaufen. "Auch wenn die externe Untersuchung ergeben hat, dass ich meine Aktientransaktion vom 8. März im guten Glauben tätigte, so trifft mich als Verwaltungsratspräsident doch eine Mitverantwortung für die Versäumnisse, die passiert sind", sagt der bisherige Verwaltungsratspräsident Andy Rihs. "Deshalb habe ich mich im Interesse des Unternehmens zum Rücktritt vom Präsidium des Verwaltungsrats entschlossen." Andy Rihs wohnt in Hombrechtikon in der Nähe des Lützelsees, unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Bubikon.

 

Bevor Sonova am 16. März bekannt gegeben hatte, dass der Umsatz und der Gewinn 2011 wesentlich tiefer als erwartet ausfallen werde, wurden von Mitgliedern der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates Aktien und Optionen im Wert von insgesamt 47 Millionen Franken verkauft. Die Staatsanwaltschaft hat darauf mit Vorabklärungen wegen möglichen Insiderhandels begonnen.

Die heiklen Transaktionen mit Sonova-Titel im März 2011
SIX Exchange Regulation - Veröffentlicht
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